10 Geheimtipps zum Urlaub in der Toskana (von Livorno bis an die Grenze Liguriens)

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10 Geheimtipps zum Urlaub in der Toskana (Maremma und die südliche Küste)
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Herrliche Strände, quirlige Badeorte und historische Kulturstädte

Die Strände an der Riviera della Versilia lockten Anfang des vergangenen Jahrhunderts die Schönen und Reichen an die sogenannte Côtes d´Azur Italiens. Auch wenn der internationale Jetset mittlerweile auch andere Ziele ansteuert, die schicken Nobelhotels, die gepflegten ewig langen weißen Strände und das amüsante Nachtleben sind geblieben und heute auch für Normalverdiener bezahlbar. In den zauberhaften Badeorten Viareggio, Forte di Marmi

oder Pietrasanta ist immer was los und ein abendlicher Bummel durch die Bars, Ristorante und Discos gehört zu einem Urlaub an der Riviera della Versalia.

Hat man einmal keine Lust auf Strand, fährt man wenig Kilometer ins Hinterland und besucht die geschichtsträchtige Stadt Pisa oder die Provinzhauptstadt Lucca. Sehenswert ist auch die lebendige Hafenstadt Livorno. Die Strände zwischen Livorno und Ligurien sind Garant für einen erholsamen Bade- und Kultururlaub und das Hinterland lockt mit abwechslungsreichen Ausflügen.

1.Geheimtipp – Neues Venedig!

Venezia Nuova – Neues Venedig nennen die Livornesi ihren Stadtteil, der von Kanälen durchzogen ist, über den zahlreiche Brücken führen. Piazze und Parks laden zum Flanieren ein. Der Fosso Reale, der Königlichen Graben, umfließt diesen zauberhaften Stadtteil und erweckt den Eindruck man sei auf einer Insel. Venezia Nuova wurde tatsächlich nach dem Vorbild Venedigs im 17. Jahrhundert geplant und auch verwirklicht. Parken Sie Ihr Auto an der Stazione Marittima und bummeln Sie dann zu Fuß durch die engen Gassen mit den herrlichen Palazzi, überqueren Sie die vielen Brücken und genießen Sie in einer der zahlreichen Bars den Blick auf die Boote in den Kanälen. Genießen Sie in den Trattorien ursprüngliche Gerichte, zum Beispiel die cacciucco livornese , eine Fischsuppe mit Meeresfrüchten.

2.Geheimtipp – Pisa abseits der Touristenpfad

Man fährt in erster Linie nach Pisa um den Schiefen Turm auf der Piazza dei Miracoli zu sehen, aber Pisa bietet so viel mehr, wenn man sich ein wenig Zeit nimmt für die geschichtsträchtige Stadt am Arno. Verlassen Sie die Touristenrummel und bummeln Sie durch die engen Gassen mit den prächtigen Palazzi zu den kleinen Stadtvierteln, die fast ausschließlich von Studenten bewohnt werden. Die Ponte di Mezzo, die Brücke der Mitte, teilt die Stadt in zwei Stadtviertel, rechts des Flusses ist Tramontana und das gegenüberliegende Viertel heißt Mezzogiorno. Überquert man die Brücke ins Tramontana führt der Weg zur Piazza Garibaldi, gesäumt von Palazzi aus dem 17. Jahrhundert. Über kleine heimelige Gassen gelangt man zur pompösen Piazza dei Cavalieri die der Stararchitekt des 16. Jahrhunderts, Giorgio Vasari, geprägt hat. Wer Lust auf Shopping hat, der geht weiter in die Via della Maria, denn hier locken – teils geschützt von Arkadengängen – schicke Mode- und Schuhgeschäfte.

3. Geheimtipp – San Giulino Terme

Nicht nur Pisa, auch das liebenswerte Umland sind einen Ausflug wert. Fährt man in nördliche Richtung erreicht man nach wenigen Kilometern das bezaubernde Renaissancestädtchen San Giulino Terme, bekannt für seine Heilwasserquellen. Im 19. Jahrhundert trafen sich im einstigen römischen Thermalbad die Schönen und Reichen und hinterließen elegante Villen und romantische Gärten. Schleckermäuler zieht es in die hübsche Kleinstadt Pontedera, denn dort hat die berühmte Schokoladenmanufaktur Amedei ihre Produktionsstätte. Im Betrieb, der vor den Toren der Stadt liegt, kann man nicht einkaufen aber dafür gibt es im reizenden Zentrum von Pontedera, in der Bottega dell caffé oder im kleinen Ort Lari, in der Bottega delle specialità all die süßen Amedei-Verführungen. Außerdem gibt es in Lari auch eine familiäre «Spaghetti-Fabrik». Bei Familie Martelli wird die Pasta noch gemacht wie vor 90 Jahren, als der Familienbetrieb gegründet wurde. Das Geheimnis dieser extra-feinen Pasta ist «Zeit»! Köstlich und empfehlenswert. www.famigliamartelli.it

4.Geheimtipp – Lucca

Hinter einer hohen, breiten, begehbaren Mauer verbirgt sich die pittoreske Altstadt von Lucca. Ein Spaziergang auf dieser zwölf Meter hohen und mindestens so breiten Mauer ist ein must, wenn man in dieser Ecke der Toskana Urlaub macht. Liebhaber Klassischer Musik wissen natürlich, dass Lucca die Geburtsstadt von Puccini ist und einen Hauch dieses erfolgreichen Opernkomponisten erahnt man in vielen Winkeln der Stadt, insbesondere im ältesten Kaffeehaus von Lucca, dem Caffé di Simo, wo sich der, zu Lebzeiten bei den Lucchesi nicht allzu beliebte Künstler, gerne mit Freunden traf.

Interessant ist auch, dass es in Lucca nicht nur ein Comic-Museum gibt, sondern jedes Jahr Ende Oktober ein Comic&Game-Festival gibt, dass größte Festival dieser Art in Europa und das zweitgrößte weltweit.

5. Geheimtipp – Viareggio

Der größte und berühmteste Badeort am Thyrrhenischen Meer ist Viareggio und seit Anfang des 19. Jahrhunderts ein beliebter Touristen-Badeort. Das Stadtbild wird geprägt von den Prachtbauten im Jugend- und Klassizistischen Stil. Ganz besonders anziehend wird die Stadt zur Karnevalszeit, denn man feiert ähnlich ausgelassen wie in Venedig. Die Geburtsstunde dieses großartigen Karnevalsfestes war 1873 als Umberto Bonetti, ein Maler aus Viareggio für einen Maskenumzug in der Via Regio «Burlamacco» einen Hampelmann erfunden hat, der zum Symbol des Karnevals von Viareggio wurde. An fünf aufeinanderfolgende Wochenende bewegen sich spektakuläre Karnevalswägen durch die Stadt, jedes Jahr ein neues Motto, aber stets großartig gestaltet aus Pappmaché. Ein lustiges Erlebnis besonders für feierfreudige Urlauber.

6. Geheimtipp – Pietrasanta

Pietrasanta heißt der Heilige Stein und deutet darauf hin, dass Steine in diesem Ort eine wichtige Rolle spielen. Marina di Pietrasanta heißt der Stadtteil am Meer, die andere Stadthälfte liegt etwa zwei Kilometer im Landesinnern. Das Reizvolle an dieser Hälfte, abseits des Meeres, sind die zahlreichen Bildhauer und Steinmetze die sich hier niedergelassen haben. Aus weißem Marmor werden moderne Kunstwerke und Nachbildungen berühmter Skulpturen hergestellt. Die ganze Stadt ist eine Art lebendiges Laboratorium aus Kunst und Kultur. Das charmante Wohnzimmer von Pietrasanta ist, besonders abends, ein himmlischer Platz für Freiluftausstellungen großartiger Skulpturen. Ganz in der Nähe des Städtchens, im Dörfchen Valdicastello Carducci, wurde der Schriftsteller und Nobelpreisträger «Giosuè Carducci» (1835–1907) geboren. Von dort oben genießt man eine herrliche Aussicht auf die ewig langen Sandstrände der Versilia.

7.Geheimtipp – Forte di Marmi

Die Strände und der Badeort Forte di Marmi sind seit vielen Jahrzehnten der Hotspot für wohlhabende Italiener. Genießer kommen aber auch auf ihre Kosten, denn es gibt eine Vielzahl sehr guter Ristorante und für Nachtleben schicke Nachtclub. Wenn man den Tag etwas ruhiger und normaler erleben möchte, fährt man nach Massa. Den städtebaulicher Charme haben die Massesi der Fürstenfamilie Malaspina, die drei Jahrhunderte hier herrschten, zu verdanken. Vom Castello Malaspina hat man einen atemberaubenden Überblick über die Stadt und die Küste bis nach Ligurien. Den Prachtbau der Familie Malaspina, der während ihrer Residenz im Spätmittelalter aufwendig in einem faszinierenden Renaissancestil umgebaut wurde, zählt zu den sehenswertesten Burgen der Toskana. Die Altstadt ist bezaubernd, ganz besonders die Piazza Aranci, der Platz der Orangenbäume, der seinen Namen zu Recht hat.

8. Geheimtipp – Marina di Massa oder Marina di Carrara

Lust auf ein Bad im Meer? Dann laden Marina di Massa oder Marina di Carrara, zwei nebeneinanderliegende Badeorten zum Sonnen, Baden und Flanieren ein. Zwar sind die beiden Dörfer nicht so mondän wie das weiter südlich liegende Forte dei Marmi, aber sie begeistern mit toskanischem Charme. Wassersportler werden sich hier besonders wohl fühlen, denn es werden zahlreiche Wassersportarten angeboten und außerdem verfügt Marina di Carrara einen sehr gut organisierten Yachthafen, von dem viele nationale und internationale Regatten ausgetragen werden. In einer halben Stunde ist man zudem auf dem 1350 Meter hochgelegenen Plateau Campocecina: Der Blick auf das Meer und die davor liegenden Inseln ist atemberaubend.

9.Geheimtipp – Das Gold von Carrara

Von der Küstenstraße aus sehen selbst im Hochsommer die Spitzen der Apuanischen Alpen wie schneebedeckt aus. Es ist kein Schnee, sondern der schönste und weißeste Marmor der Welt, das Gold von Carrara. In einem dieser Steinbrüche zu stehen ist ein unvergessliches Erlebnis. Wer sich intensiver mit dem edlen Material beschäftigen will, für den ist ein Besuch des Marmormuseums in Carrara empfehlenswert. Es zeigt, anschaulich und gut strukturiert, die Geschichte des Marmors von Carrara. Wenn man so richtig dran sein will am Geschehen, fährt man von Carrara immer Richtung «cave»! Wer ängstlich ist, wenn beladene Monster-Schwerlaster entgegenkommen, der macht diese Route am besten an einem Sonntag und bucht eine Tour. Vor den enorm hohen Mauern aus weißem Fels zu stehen ist atemberaubend.

10. Geheimtipp – Lardo di Collonata

So wunderschön der weiße Marmor von Carrara auch ist, Feinschmecker können es sicherlich kaum erwarten das andere weiße Gold zu sehen, riechen und zu verspeisen, den Lardo di Collonata. Dieser, auf der Zunge zerschmelzende Bauchspeck reift, mariniert mit geheimnisvollen Gewürzen, in Marmorbecken. Über zahlreiche Serpentinen geht’s hinauf auf 532 Meter Höhe nach Collonata, dem ursprünglichsten Marmordorf mit ein paar hundert Einwohnern. Lardo, heute eine Delikatesse, war früher «die» Kraftnahrung für die schwere Arbeit im Steinbruch. Der schiere Speck wird in Rechtecke geschnitten, mit einer stets geheimen Würzmischung mariniert und abwechselnd mit Meersalz bestreut in eine «conca», eine schmale Marmortruhe, geschichtet. Nachdem der Trog mit einem Deckel fest verschlossen ist, reift der Speck mindestens sechs Monate. Beim Öffnen des Deckels entströmt ein feinwürziger Duft und ein weißer, zartrosiger, butterzarter Speck kommt zum Vorschein. Mafalda ist die älteste Speckproduktion des Ortes und man kann dort einkaufen oder im Ristorante Venanzio oder in der Locanda Apuana Köstlichkeiten aus Lardo genießen