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avignon

Avignon liegt in Südfrankreich in der Provence und hat über 90.000 Einwohner. Gegliedert wird Avignon in die historische Innenstadt innerhalb der Stadtmauer, in der etwa 12.000 Bewohner leben, und die Außenbezirke. Avignon liegt am Zusammenfluss der Durance und der Rhône und ist vor allem bekannt durch den Papstpalast sowie die Brücke Pont St. Bénézet – beide berühmten Bauwerke gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die schöne Altstadt ist geprägt von historischen Gebäuden und wird von einer eindrucksvollen, intakten Befestigungsmauer umgeben. Neben den Sehenswürdigkeiten zieht auch das jährlich im Juli stattfindende “Festival d’Avignon”, ein bekanntes Kunst- und Kulturfestival, sehr viele Besucher an. Insgesamt zählt man in Avignon jedes Jahr rund 4 Millionen Touristen, so ist die Stadt neben dem Mont Ventoux und dem Luberon eines der Zentren des Tourismus im Departement Vaucluse.

Der Papstpalast

Die Geschichte der Päpste in Avignon beginnt im Jahre 1309, als sich Clemens V. in der bis dato beschaulichen Provinzstadt ansiedelte. Er wollte nicht nach Rom, sondern suchte sich eine würdige Residenz in seinem Heimatland Frankreich, so bezog er das Dominikanerkloster in Avignon. Sein Nachfolger residierte anschließend im Bischofspalast von Avignon, den er aber trotz Ausbau und Vergrößerung als unzureichend empfand. Er ließ das Gebäude abreißen und an dessen Stelle ab dem Jahr 1334 einen vierflügeligen Palast erbauen, der heute als “Palais-Vieux” (Alter Palast) bekannt ist.

Zwischen 1342 und 1370 wurde der Papstpalast weiter ausgebaut und vergrößert, die neuen Bauten werden als “Palais-Neuf” (Neuer Palast) bezeichnet. Die gesamte Anlage hat eine Nutzfläche von 15.000 qm und erinnert von außen an eine Festung, innen gleicht sie jedoch einem feudalen Schloss. Der Papstpalast umfasst mehrere Kapellen und riesige Säle wie etwa den Speisesaal, der mit 10 m Breite und 48 m Länge der größte Raum ist.

Fast hundert Jahre, von 1335 bis 1430 war der gotische Papstpalast von Avignon Sitz von insgesamt 9 Päpsten und Gegenpäpsten.

Die Pont St. Bénézet

Wer kennt es nicht, das berühmte Kinderlied “Sur le pont d’Avignon”, dessen Ursprünge in das 16. Jahrhundert zurückreichen. In der Originalversion hieß es “Sous le pont d’Avignon”, also unter und nicht auf der Brücke, denn getanzt wurde auf der Insel Barthelasse, welche unter der betreffenden Brücke in der Rhône liegt. Auf dieser Insel waren die Vergnügungsviertel von Avignon angesiedelt und dort fanden auch Jahrmärkte statt.

Die Brücke befindet sich unweit des Papstpalastes und wurde im 14. Jahrhundert aus Stein erbaut, nachdem die Holzbrücke aus dem 12. Jahrhundert bei einer Belagerung im Jahre 1226 fast komplett zerstört wurde. Ursprünglich bestand die steinerne Pont St. Bénézet aus 21 Bögen, von denen jedoch nur noch 4 erhalten sind – so endet die Brücke heute mitten im Fluss. Die Brücke war ursprünglich etwa 900 Meter lang und somit zur damaligen Zeit die längste Brücke in Europa; sie führte von Avignon über die Insel Barthelasse nach Villeneuve-lès-Avignon. Heute noch erhalten ist die romanische Doppelkapelle auf dem dritten Pfeiler.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Die imposante Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert ist etwa 4 Kilometer lang und wird von 39 Türmen und sieben Toren durchbrochen. Innerhalb der Befestigungsmauer liegt die historische Altstadt mit ihren unzähligen Kirchen, Museen, Theatern und Bibliotheken sowie der Oper. In Avignon gibt es zudem 26 Parks mit insgesamt rund 200 Hektar Grünfläche.

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Andrea Wohllaib
Andrea Wohllaib
Unsere Expertin für Italien, Griechenland und Kroatien, "Biturbo".

Andrea Wohllaibs auffälligstes Merkmal im Arbeitsalltag ist ihre Abwesenheit: Wenn sie nicht da ist, türmen sich überall Stapel an zu erledigender Arbeit. Andrea ist berüchtigt für ihre Effizienz, die - einem Turbolader beim Verbrennungsmotor ähnlich - ab einer bestimmten Drehzahl einsetzt und dann ordentlich für Druck sorgt.