kloster_san_vivaldo_toskana
Das Kloster San Vivaldo in der Toskana – Göttliche Einkehr
29. März 2012
segeln_segelboot_kueste_toskana
Ein Segeltörn vor der Küste der Toskana
4. April 2012
olivenoel_olivenernte_toskana

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle eine interessante Beschreibung des arbeitsintensiven Olivenanbaus auf einem Landgut in der Toskana präsentieren, angefangen von der Pflege der Olivenbäume über die Ernte und die Verarbeitung der Oliven zu hochwertigem Olivenöl.

Der Olivenhain von Elio

November in der Toskana. Nebelfetzen drängen den steilen Hügel hoch, schemenhaft tauchen knorrige Bäume auf. Olivenbäume. Sie gehören dem fast achtzigjährigem toskanischen Bauer Elio und seiner Frau Maria, die seit Generationen ein kleines Landgut bewirtschaften. Dem Olivenhain und einem dicht beim Haus stehenden Weinberg gehört ihre ganze Sorgfalt. Schon im Februar, wenn die ersten warmen Strahlen der südlichen Sonne Italiens die Erde dampfen lassen, müssen die Olivenbäume geschnitten werden. Dabei werden überschüssige Triebe entfernt, weil damit, ähnlich wie beim Rebstock, eine Mengenbegrenzung erreicht wird. Der Baum soll weniger Früchte, dafür aber solche mit höherer Qualität tragen. Durch gezielten Baumschnitt entsteht das korbartige Aussehen der Bäume. Von Frühjahr bis Herbst wird die Erde unter den Olivenbäumen zwei bis drei Mal umgepflügt, damit Luft und Wasser an die Wurzeln kommen. Für Elio versteht es sich von selbst, keinen künstlichen Dünger zu verwenden und nur auf biologischer Basis zu arbeiten.

Es ist die Zeit der Olivenernte

Ein schneidend kalter Wind fegt über die abgeernteten Felder der Toskana und entfacht sein Lied im Gezweig der Bäume. Maria und Elio, beide dick vermummt, verlassen schon in aller Hergottsfrühe das wärmende Haus, zusammen mit einigen Verwandten, welche stets bereit sind zu helfen. Sie führen primitive Holzleitern, große Tücher und Netze mit sich, welche sie unter den Olivenbäumen ausbreiten. Zweig für Zweig werden nun die reifen, schwarzen Oliven mit hölzernen, kammartigen Rechen in mühevoller Arbeit abgestreift und auf den Netzen gesammelt.

Inzwischen ist es Mittag. Maria entzündet in einer geschützten Mulde ein Feuer, an welchem sich alle zusammenfinden und wärmen. Das mitgebrachten weiße Brot wird über dem Feuer kurz geröstet, mit Knoblauch eingerieben und mit reichlich Olivenöl beträufelt. Dieses “Bruschetta” genannte Gericht, zusammen mit dem eigenen Wein, muß genügen. Am Ende des Tages bringt Elio die geernteten Oliven in die Ölmühle, den “Fantoio”. Dort warten schon zahlreiche andere Olivenbauern darauf, daß ihre Oliven gemahlen werden und es kann durchaus sein, daß Elio die halbe Nacht bleiben muß, bis er an die Reihe kommt. Dabei achtet er sehr sorgfältig darauf, daß er tatsächlich nur das Öl erhält, das aus seinen eigenen Oliven gepreßt wurde. Das Öl, welches bereits durch das eigene Gewicht entsteht, ist für Elio das wertvollste.

Zuhause wird das neue Öl, welches eine grünliche und trübe Farbe hat, in traditionelle Tongefäße, Amphoren ähnlich, abgefüllt und in dunklen Räumen aufbewahrt. Der Tag, an dem das neue Öl eintrifft, ist für Maria und Elio stets ein freudiges und festliches Ereignis. Dabei ist es eine schöne Gewohnheit, Freunden und Gästen mit dem jungen, nach Nüssen duftenden Olivenöl getränkte Weißbrotscheiben anzubieten. Die Olivenhaine von Elio und Maria stehen an steilen, steinigen Hängen. Dies ist deshalb von besonderer Bedeutung, da, in Verbindung mit der guten Erde, sehr säurearmes Öl gewonnen wird. Die Olivenhaine bestehen aus den Sorten Fantoio, Moraioile, Mignole, Corregiole und Impollinatore. In dieser Mischung erbringen die so gesuchten, kleinen Oliven das wertvolle Öl mit seinen herrlichen Aromen. Um einen Liter des begehrten Öles zu erzielen, werden etwa 6-8 kg Oliven benötigt. Zu deren Ernte braucht man etwa 45 Minuten. Zusammen mit den Pflegearbeiten, welche der Erntezeit vorausgingen, kommt so auf einen Liter Olivenöl gut eine Arbeitsstunde zusammen. So ist auch erklärlich, daß gutes und unverfälschtes Öl aus Italien und der Toskana, das “Olio Extra Vergine”, seinen Preis hat.

Karl Fischer
Karl Fischer
Gründer, "Der Artifex".

Karl Fischer war schon immer ein sehr umtriebiger Mensch, auf seine ureigene, sympathische Art und Weise. Der geborene Allgäuer hat auch immer konsequent das Credo verfolgt, authentisch und lebensbejahend zu sein, immer mit beiden Beinen (Füßen - würde er sagen) auf dem Boden bleibend. Es war tatsächlich Karl Fischer, der 1983 die Geschäftsidee mit der Agentur für Ferienwohnungen hatte und es war Karl Fischer, der konsequent die Infrastruktur für den Erfolg der Firma schuf.