Borgo Storico La Cisterna – Geschichten aus den Marken

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Der Borgo Storico La Cisterna

Wir verlassen die Küste und fahren ins Hinterland der faszinierenden Marche Montefeltro in die Nähe von Urbino, wo ein junges Paar aus Bologna einen Agriturismo mit nur sechs Gästezimmern in einem alten historischen Borgo eröffnet hat. “Außergewöhnlich”, wie man uns erzählt hat.

Gleich nach der freundlichen Begrüßung durch den Hausherrn Mario erkennen wir schnell, was damit gemeint ist: Hier herrscht ein besonderer Geist, es ist eine Begegnung mit außergewöhnlichen Menschen – mit Mario, seiner Frau Stefania und den vier Kindern, Michele, Lucia, Elena und Matteo.

Voller Begeisterung führt uns das Paar durch jedes ihrer Gästezimmer und weist uns auf die zahlreichen architektonischen Details hin. “Wir haben hier als Autodidakten ohne jegliche handwerkliche Vorkenntnisse alles selbst gemacht”. Stefania erinnert sich, wie sie in einem Winter Ziegel für Ziegel, 16.000 an der Zahl, nur mit kaltem Wasser und ohne Verwendung einer Schleifmaschine wuschen.

Mit jedem Winkel der Gebäude sind sie vertraut. Durch das Abtragen und Freilegen alter Schichten der Wände entdeckten sie Tag für Tag neue Überraschungen: jahrhundertealte Geschichte kam zum Vorschein, Inschriften, Fresken, sakrale Überreste – Dokumente längst vergessener Zeiten. In mühevoller Kleinarbeit hauchten die Besitzer diesen Fragmenten neues Leben ein. Und man fühlt den Geist des Hauses, sie sind verwachsen, eine harmonische Einheit – der Mensch und sein Zuhause.

Mario beharrt darauf, dass wir zum Mittagessen bleiben. Stefania hat bereits für uns gekocht und in dem kleinen romantischen Restaurant des Gästehauses für uns eingedeckt. Die Kinder kommen gerade aus der Schule und helfen sofort in der Küche oder beim Servieren. Alles wirkt selbstverständlich, eingespielt, harmonisch, eine außergewöhnliche Familie!

Während wir mit Stefanias Leckereien verwöhnt werden, erzählt Mario weiter: Die beiden lebten bis zum Jahr 2002 im Stadtzentrum von Bologna, sie arbeitete in einer Bank, er in einer leitenden Position der Pharmaindustrie. “Der Alltag fraß uns auf, wir begannen, uns selbst zu vergessen”, berichtet er. Bis sie dann eines Tages die Bremse zogen: “Wir wollten nochmals von vorne beginnen, die Zeit zusammen und mit unseren Kinder genießen.” Sie suchten lange nach dem richtigen Ort und verliebten sich schließlich in diese Idylle auf dem Land.

Wir fragen, ob sie irgendetwas bereuen, nachdem nun doch einige Jahre vergangen sind. Schließlich war es doch ein mutiger Schritt, alles hinter sich zu lassen. Mario antwortet ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken: “Mutiger wäre es gewesen, dort zu bleiben, wo ich war!”

Anja Fischer
Anja Fischer
Kennt fast alle Zielgebiete wie ihre Westentasche und hat fast alle Ferienhäuser und Hotels persönlich inspiziert.

Anja Fischer liebt Genuss und das Ausleben schöner Momente, im Hier und Jetzt. Das geht einher mit einer zelebrierten Leidenschaft fürs Kochen. Das hat sie von ihrem Vater. Und sie kann es tatsächlich: ungezügelt genießen und dabei kein Gramm zunehmen. Das sind die Gene der Mutter. Oder ist es diese immerwährende Energie, welche die diplomierte Betriebswirtin in einer beneidenswerten Form hält? Ihre unstillbare Neugierde auf Menschen, Länder und authentische Erfahrungen? Anja ist ein Multi-Tasking-Individuum.