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Die Stadt Carcassonne mit ihren knapp 50.000 Einwohnern befindet sich im Süden von Frankreich in der Region Languedoc-Roussillon, zwischen Toulouse und Montpellier. Carcassonne liegt an den beiden Flüssen Fresquel und Aude, außerdem führt der romantische Canal du Midi durch die Stadt. Ihr Wahrzeichen ist die beeindruckende Festung, die auf einem Hügel der Altstadt liegt und als “Cité” bezeichnet wird. Die imposante mittelalterliche Festungsanlage von Carcassonne ist die größte noch erhaltene Stadtbefestigung in Europa und zieht Jahr für Jahr unzählige Besucher an. Im Jahr 1997 wurde die Cité ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Namensgebend für die Stadt Carcassonne war laut Sage die Dame Carcas, Gemahlin des Sarazenenkönigs Ballak, unter dessen Herrschaft die Stadt zur damaligen Zeit stand. Während einer langjährigen Belagerung durch Kaiser Karl den Großen gingen die Nahrungsvorräte zu Ende und da hatte Madame Carcas einen Einfall: Sie fütterte das letzte in der Festung verbliebene Schwein mit allem noch verfügbaren Weizen und ließ es über die Burgmauer werfen, den Belagerern direkt vor die Füße. Bei seinem Aufprall zerplatzte das Schwein, wodurch der Weizen herausfiel. Als Karl der Große dies sah, ließ er die Belagerung aufheben, hatten die Bewohner doch anscheinend noch so viele Vorräte, dass man sogar Schweine damit fütterte. Nach dem Abzug der Armee ließ die besagte Dame alle Glocken in der Stadt läuten – so hieß es dann “Carcas sonne” (Carcas läutet). Noch heute erinnert eine große Statue am Eingang zur Burg an die Dame Carcas.

Die Cité

Eindrucksvoll liegt die Festung auf einem Hügel und wirkt wie das Idealbild einer mittelalterlichen Burg: Zinnen, Türme, Mauerringe – eine Burg wie aus dem Bilderbuch. Selbst Walt Disney war derart beeindruckt, dass er die Burg als Vorlage für das Dornröschen-Schloss in seinem Film nahm. Tritt man durch eines der beiden Stadttore “Porte d’Aude” oder “Porte Narbonnaise” in die Burganlage, fühlt man sich wahrlich ins Mittelalter zurück versetzt. Die kleinen Kopfsteingassen werden gesäumt von Geschäften, Bistros, Galerien oder Restaurants und tagsüber ist in der Regel kaum ein Durchkommen. Besucht man die Stadt jedoch frühmorgens oder am späten Abend, ist weniger los und die Burg entfaltet ihre reizvolle mittelalterliche Atmosphäre.

Die Wurzeln der Cité gehen auf das 6. Jahrhundert v. Chr. zurück, als zunächst Gallier und später die Römer auf der Anhöhe siedelten. Im 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. wurde eine Stadtmauer errichtet, im 11. und 12. Jahrhundert sind unter den Herren von Trencavel die Kathedrale St. Nazaire mit ihren schönen Glasfenstern sowie das Schloss Château Comtal in der befestigten Stadt erbaut worden. Im 13. Jahrhundert wurde die Burg durch Simon de Montfort eingenommen und anschließend weiter befestigt. So wurde auch der zweite Befestigungsring um die Stadt errichtet, was Carcassonne quasi uneinnehmbar machte.

Nach Unterzeichnung des Pyrenäen-Friedens im Jahr 1659 verlor die Stadt zunehmend an Bedeutung und war dem Verfall preisgegeben. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sogar über einen Abriss der Festung nachgedacht, der gerade noch rechtzeitig verhindert werden konnte. Unter der Leitung des bekannten Architekten und Restaurators Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc wurde die Kathedrale restauriert und auch die übrige Festungsstadt erhielt einen neuen Glanz. Bei der Restaurierung wurden einige Zinnen und Türme hinzugefügt, die im Mittelalter nicht existierten – in dieser Form präsentiert sich die Cité noch heute.

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Stefanie Jehle
Stefanie Jehle
Backoffice, Content-Management & Administration, "Voyage, Voyage".

Die im Jahr 1987 noch auf Vinyl erschienene Hit-Single der französischen Sängerin Desireless sagt so manches aus über das Wesen und die Präferenzen von Stefanie Jehle. Zunächst: Reisen ist ihre Passion. Dabei führt sie ihre spontane Neugierde auch an die entlegensten Orte dieser Welt. Ihre persönliche Lieblings-Destination ist jedoch Frankreich. Nicht nur deshalb, weil Stefanie so gut französisch spricht (ihr Englisch und Italienisch sind allerdings nur unwesentlich schlechter), es ist einfach die Lebensart unserer westlichen Nachbarn, die ihr so gut gefällt.