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Ein kurzer Überblick über Anbaugebiet und Produktion

Das französische Weinanbaugebiet “Champagne” umfasst ein bereits seit dem Jahr 1927 offiziell eingegrenztes Gebiet im Nordosten von Frankreich, das sich innerhalb der Regionen Champagne-Ardenne, Île-de-France und Picardie erstreckt. Hier wird der Grundwein für den weltberühmten Schaumwein Champagner angebaut, der diesen Namen nur tragen darf, wenn er in dieser Region auch produziert wurde. Auf knapp 34.000 Hektar Rebfläche werden vorwiegend die Traubensorten Pinot Meunier, Pinot Noir und Chardonnay angebaut. Das Gebiet wird in 20 Bereiche unterteilt, die wiederum in sechs größeren Regionen zusammengefasst werden.

Die Qualität der Weinberge einer Gemeinde wird auf einer Skala von 80-100% eingestuft, wobei die Gemeinden mit 100% als “Grand Cru” bezeichnet werden, von 90-99% gilt die Gemeinde als “Premier Cru”. Gemeinden mit einer Einstufung unter 80% dürfen keine Trauben zur Champagner-Herstellung beisteuern. Die meisten Winzer produzieren nicht selbst, sondern verkaufen ihre Trauben an die großen Handelshäuser oder an Winzergenossenschaften. Champagner wird in verschiedenen Flaschengrößen angeboten, vom “Piccolo” mit 0,2 Liter bis zum “Melchisedech” mit 30 Liter Inhalt, wobei die gängigste Flaschengröße 0,75 Liter als “Imperial”, die Doppelflasche mit 1,5 Liter als “Magnum” bezeichnet wird.

Herstellung

Die Herstellung von Champagner unterliegt sehr strengen Kriterien, dazu zählen unter anderem eine obligatorische Weinlese von Hand, Ertragsbeschränkung, Flaschengärung sowie Vorschriften zur Pflanzdichte. Regelmäßige Kontrollen sorgen für die Einhaltung aller Vorschriften und sichern so den Qualitätsstandard. Von den drei hauptsächlich für Champagner verwendeten Traubensorten sind zwei Rotweintrauben. Diese werden schnell gepresst und ohne Maische vergoren, damit der Grundwein hell bleibt und sich nicht rot einfärbt. Auch bei Rosé-Champagner wird die Maischegärung kaum eingesetzt, meist wird dem weißen Wein einfach etwas Rotwein zugesetzt. Für rund 80% der Champagner werden Grundweine aus verschiedenen Jahrgängen zu einer sogenannten “Assemblage” verschnitten; hierbei können bis zu 100 verschiedene Weine gemischt werden, was einen typischen Champagner ohne Jahrgangsangabe ergibt.

Nachdem der Grundwein vergoren ist, erfolgt im zweiten Schritt die Flaschengärung. Den Flaschen wird etwas Zucker und Hefe zugegeben, anschließend werden sie mit einem Kronkorken verschlossen. Am Ende des Gärungsprozesses wird die Hefe durch Rütteln (heute meist maschinell) in den Flaschenhals befördert. Anschließend folgt das Degorgieren, das Entfernen der Hefe aus der Flasche, ohne den Champagner auszuleeren. Dies geschieht heutzutage überwiegend durch Kälte: Der Flaschenhals wird in einem Eisbad gekühlt und die Hefe gefriert als Pfropfen; wird der Kronkorken dann von der Flasche entfernt, schießt der Hefepfropfen durch den entstandenen Überdruck heraus. Das Transvasier-Verfahren ist nur für Flaschengrößen unter 0,375 Liter oder über 3 Liter erlaubt, hierbei werden nach der Flaschengärung die Champagnerflaschen geleert und die Hefe wird herausgefiltert. In einem Drucktank wird der nötige Druck hinzugefügt und der Champagner wird anschließend in neue Flaschen abgefüllt.

Bevor die Flaschen verkorkt werden, wird der Flüssigkeitsverlust mittels der “Versand-Dosage” ausgeglichen. Diese Dosage prägt den Champagner und gibt ihm seine Geschmacksrichtung, die sich zwischen “Ultra Brut” (extrem trocken) und “Doux” (süß) bewegt. Als Dosage wird meist eine Zuckerlösung eingefüllt, sie kann aber auch aus Süßwein oder Esprit de Cognac (heller Cognac) bestehen. Abschließend wird der pilzförmige Korken in die Flaschen gepresst, dessen Kopf meist aus Presskork besteht, auf den dann Naturkork in zwei Scheiben aufgeklebt wird.

Stefanie Jehle
Stefanie Jehle
Backoffice, Content-Management & Administration, "Voyage, Voyage".

Die im Jahr 1987 noch auf Vinyl erschienene Hit-Single der französischen Sängerin Desireless sagt so manches aus über das Wesen und die Präferenzen von Stefanie Jehle. Zunächst: Reisen ist ihre Passion. Dabei führt sie ihre spontane Neugierde auch an die entlegensten Orte dieser Welt. Ihre persönliche Lieblings-Destination ist jedoch Frankreich. Nicht nur deshalb, weil Stefanie so gut französisch spricht (ihr Englisch und Italienisch sind allerdings nur unwesentlich schlechter), es ist einfach die Lebensart unserer westlichen Nachbarn, die ihr so gut gefällt.