Die schönsten Weißen Dörfer in Andalusien

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12. März 2019

Andalusiens berühmte Weiße Dörfer

Wer die faszinierende Provinz Andalusien richtig kennenlernen möchte, der verlässt die traumhaften Strände und fährt ins bergige Hinterland, um die “Pueblos Blancos”, die Weißen Dörfer, zu besuchen.

Es sind nicht nur die in der Sonne funkelnden weißen Häuser, welche den Zauber dieser Ortschaften ausmachen. Fast alle schmiegen sich in eine wunderschöne Bergwelt, oftmals mit einem grandiosen Ausblick und umgeben von Pinienwäldern. Den wahren Charme dieser weißen Dörfer entdeckt man bei einem Bummel durch die engen Gassen, die mal mit weiß-schwarzem Kieselmosaiken, mal mit Terracotta oder mit Marmor gepflastert sind.

Absolute Eyecatcher sind die Geranien in unterschiedlichen roten Farbtönen, welche in den Sommermonaten die weißen Hauswände zieren. Immer wieder stößt man auf kleine, verschlafene Plätze mit schattenspendenden Orangen- und Olivenbäumen und plätschernden Brunnen.

Die Weißen Dörfer, die man im Hinterland zwischen Almería und Huelva zuhauf entdecken kann, sind das Tüpfelchen auf dem “i” während Ihrer Entdeckungsreise durch Andalusien. Es werden verschiedene Routen angeboten, um die etwa dreißig weißen Dörfer zu erkunden, man kann sich aber einfach einige herauspicken und diese von seinem Urlaubsort am Meer aus auf eigene Faust besuchen.

Als kleine Appetithappen stellen wir Ihnen nachfolgend einige Pueblos Blancos vor, die wir besonders reizvoll finden.

 

Ronda, das berühmte Weiße Dorf an der Tajo-Schlucht

Ronda - Andalusiens berühmte Weiße Dörfer - Urlaub in Andalusien

Eines der bekanntesten Weißen Dörfer in Spanien ist sicherlich Ronda, allen voran wegen der spektakulären Lage. Die tiefe Schlucht El Tajo teilt die sogenannte Neustadt aus dem 15. Jahrhundert von der Altstadt, die während der maurischen Herrschaft entstand. Von der Puente Nuevo, der Steinbrücke über der Schlucht, bietet sich eine atemberaubende Aussicht.

Diese unglaubliche Lage, aber auch die schmalen, malerischen Gassen mit weißen Häusern und buntem Blumenschmuck haben seit jeher auch Literaten aus aller Welt angelockt. Rainer Maria Rilke und Ernest Hemingway waren mehrmals über einen längeren Zeitraum hier, denn die Schönheit dieser Ortschaft inspiriert Künstler auf eine ganz besondere Weise.

Versäumen Sie nicht, dieses einzigartige Weiße Dorf zu besuchen, und nutzen Sie die Gelegenheit, den gleich nebenan liegenden Naturpark von Grazalema zu besuchen, welcher von der UNESCO zum Biosphären-Reservat ernannt wurde.

 

Frigiliana, das maurische weiße Bergdorf

Frigiliana - Andalusiens berühmte Weiße Dörfer - Urlaub in Andalusien

Unweit der von mildem Klima begünstigten Strände der Costa del Sol liegt das Weiße Dorf Frigiliana – und nur weitere sieben Kilometer entfernt die faszinierenden, berühmten Höhlen von Nerja.

Die hübsche Kleinstadt Frigiliana ist absolut einen Besuch wert, zum einen wegen der fantastischen Aussicht, zum andern wegen des zauberhaften maurischen Viertels, Barrio Morisco genannt. Der Palast des Grafen von Frigiliana, der Palacio del Apero und viele weitere Häuser erstrahlen in leuchtendem Weiß, unterbrochen nur von purpurroten Geranien an den Hauswänden.

Die steil ansteigenden schmalen Gassen sind in einem Mosaik aus Natursteinen gepflastert, links und rechts sieht man kleine Läden, in denen Kunsthandwerk und regionale Spezialitäten angeboten werden. Unbedingt probieren sollte man den sogenannten Zuckerhonig – Miel de Cana – ein Sirup, der ausschließlich hier produziert wird.

 

Vejer de la Frontera thront auf einem Hochplateau

Vejer de la Frontera - Andalusiens berühmte Weiße Dörfer - Urlaub in Andalusien

Das Weiße Dorf liegt nur 9 Kilometer von der Küste entfernt und das bezaubernde historische Zentrum wird vollständig von einer Mauer umgeben. Die steilen, gewundenen engen Gassen mit den schneeweißen Häusern laden zum Bummeln ein.

Die Schönheit von Vejer de la Frontera wurde bereits 1976 zum historischen Denkmal-Ensemble erklärt und im Jahr 1978 erhielt der Ort bei einem Wettbewerb um die schönsten spanischen Dörfer den ersten Preis.

Geprägt wird das superweiße Dorf von christlichen, jüdischen und arabischen Einflüssen. Von diesem himmlischen Ort aus genießt man einem herrlichen Blick auf das Meer, das man auch in kürzester Zeit erreicht.

 

Zahara de la Sierra und die Festung aus der Nasriden-Dynastie

Zahara de la Sierra - Andalusiens berühmte Weiße Dörfer - Urlaub in Andalusien

Ebenfalls mit dem Conjunto Histórico Artistico, der Auszeichnung für ein historisches Denkmal-Ensemble, wurde die reizende Altstadt des Weißen Dorfes Zahara de la Sierra ausgezeichnet. Die strahlend weißen Häuser schmiegen sich, durchschlängelt von engen Gässchen, an den Hang der Sierra de Jaral.

Rund um die kleine Ortschaft breitet sich ein Naturpark aus und das Meer ist auch nicht weit. Richtig viel los ist in Zahara de la Sierra am Dia del Corpus, einem großen Fest von nationaler Bedeutung.

 

Setenil de las Bodegas, die weißen Häuser unter Felsen

Sentenil de las Bodegas - Andalusiens berühmte Weiße Dörfer - Urlaub in Andalusien

In der Sierra von Cádiz gibt es einige reizende Weiße Dörfer, ganz besonders zauberhaft ist Setenil de las Bodegas. Hier wurden die weiß getünchten Häuser in Felsformationen hinein gebaut, welche sich durch den kleinen Ort schlängeln. Diese Art des Wohnens heißt auf spanisch abrigo bajo rocas, was so viel bedeutet wie “Mantel unter den Felsen”. Die Felsen bilden dabei, je nach Lage, entweder das Dach oder das Fundament.

Sehenswert ist dieses Weiße Dorf auch wegen seiner bereits von weiten sichtbaren, imposanten Lage. Der Ortsname Setenil bedeutet “sieben Mal nichts” und stammt noch aus der Zeit, als katholische Könige das maurische Spanien eroberten.

 

Nerja – Das Reiseziel für Natur- und Kulturliebhaber

Nerja - Andalusiens berühmte Weiße Dörfer - Urlaub in Andalusien

Alleine die Lage auf einem Felsvorsprung mit Blick auf das Mittelmeer ist schon einzigartig, aber die Kleinstadt bietet noch viel mehr. Da ist zum einen das nur wenige Kilometer entfernt liegende Aquädukt mit seinen vier Bogenstockwerken, die jeweils aus 37 Rundbögen bestehen. Erbaut wurde das weithin sichtbare Bauwerk im 19. Jahrhundert aus Ziegelsteinen, stark beeinflusst vom maurischen Stil. Die Puente del Aquila (die Adlerbrücke) überspannt die Schlucht Barronco de la Coladilla und man  kann sie zu Fuß überqueren. Ein Erlebnis, dass Sie sich nicht entgehen lassen sollten, denn die Aussicht von dort oben ist gigantisch und eine bleibende Ferienerinnerung.

Ganz in der Nähe ist die berühmte Tropfsteinhöhle – Cueva de Nerja – , eine geologische Sehenswürdigkeit die es lohnt zu besichtigen. Man vermutet, dass diese weitläufige Höhle von 30.000 bis 1.800 v. Chr. bereits von Menschen bewohnt war. Im Kaskadensaal, einer von mehreren Sälen, finden regelmäßig Veranstaltungen , mit berühmten Künstlern.

Und dann ist da natürlich noch die Altstadt mit den typischen, weiß gekalkten Häusern, den schmalen Gassen mit den vielen kleinen Läden, Bars und Ristorante mit landestypischen Gerichten und den reizenden Plätzen. Der Mix verschiedener Baustile aus unterschiedlichen Kulturen verleiht Nerja einen faszinierenden Charme. Versäumen Sie auf keinen Fall in einer der kleinen Bars oder Fischläden frittierte Fische zu bestellen, es ist eine ganz besondere Spezialität des Weißen Dorfes.

So gestärkt spazieren Sie dann zum Balcón de Europa, der sich ganz in der Nähe der Altstadt befindet. Auf Fragmenten eines historischen Bollwerks bietet sich ein atemberaubender Blick auf die wunderschöne Landschaft Andalusiens, auf die Strände und das Meer. Planen Sie ein Abendessen im darunterliegenden Restaurant ein, dann erleben Sie beim Sonnenuntergang Romantik pur.

 

Olvera leuchtet strahlend weiß vom Gebirge von Cádiz

Olvera - Andalusiens berühmte Weiße Dörfer - Urlaub in Andalusien

Das Weiße Dorf, eingebettet in bewaldete Hügel, ist das Eingangstor in die Bergwelt von Cadiz. Es liegt zwischen den Gebirgszügen von Lijar und Las Harinas. Neben dem Charme der schneeweißen Häuser mit den engen Gassen und den roten Geranien-Farbklecksen bietet Olvera auch eine alte Burg aus dem 12. Jahrhundert, eine Erinnerung aus der arabischen Vergangenheit. Die noch bestehenden Reste einer Burgmauer wurden unter der christlichen Herrschaft erneuert.  Sehr schön ist der 700 Jahre alte Stadtteil Barrio de la Villa mit vielen schmalen Gässchen die von enganeinandergebauten Häusern gesäumt sind. Besuchenswert ist die klassizistische Kirche Nuestra Senora de la Encarnacion aus dem 17. Jahrhundert und die Klöster Santurario de Nuestra Senora de los Remedios und Canos Santos aus dem 16. Jahrhundert. Von Olvera aus ist es nicht weit in das Naturschutzgebiet Reserva Natural del Penón de Zaframagón.

 

Aracena, die Hauptstadt der Berge

Im Norden der Provinz Huelva, in der Sierra de Aracena auf den Picos de Aroche, breiten sich die weißen Häuser von Aracena aus. Die weiß getünchten Gebäude bilden einen wunderschönen Kontrast zur grünen Gebirgslandschaft, die das Dorf umgibt. Ganz in der Nähe des Weißen Dorfes Aracena befindet sich übrigens die Höhle Gruta de las Maravillas, welche absolut sehenswert ist.

Der historische Ortskern ist ein ausgewiesenes Kulturgut und Aracena sicher eines der schönsten Dörfer der Provinz Huelva. Bei einem Spaziergang durch die engen Gassen darf man nicht versäumen, sich die Burganlage aus dem 13. Jahrhundert mit der Kirche Nuestra Senora del Mayor Dolor anzusehen.

Machen Sie auch unbedingt eine kleine Verschnaufpause in einer der sympathischen Gaststätten, um den hiesigen Schinken zu verkosten. Dieser ist eine ganz besondere Spezialität in der gastronomischen Szene von Huelva.

 

Mojácar, das Weiße Dorf an der Küste von Almería

Es lohnt sich, die 17 Kilometer lange, wunderschöne Küste bei Almería einmal zu verlassen und wenige Kilometer ins Hinterland zu fahren, um die weiß strahlende Ortschaft Mojácar zu besuchen.

Die verwinkelten, engen Gassen mit weiß getünchten Häusern, geschmückt mit roten Geranien, die kleinen Bars und Cafés sowie traumhafte Aussichten auf die wunderschöne Landschaft der Sierra de Cabrera werden Sie verzaubern. Fährt man ein bisschen weiter, gelangt man zum ebenfalls besuchenswerten Naturpark Cabo de Gata.

 

Lanjarón liegt inmitten eines Naturweltwunders

Der Ort liegt eingebettet in das einzige Naturweltwunder Spaniens – eines von insgesamt sieben weltweit nominierten – dem Nationalpark Sierra Nevada in der Nähe von Granada.

Es wäre schon alleine diese wilde Naturlandschaft eine Reise wert, aber das Weiße Dorf Lanjarón muss man sich unbedingt ansehen. Die vermeintliche Heilkraft des Wassers von hier ist in ganz Spanien bekannt, vor allem auch durch das gleichnamige Mineralwasser.

Lanjarón ist eine sympathische Mischung aus Kurort und Bergbauerndorf. Obwohl das Weiße Dorf in 600 Metern Höhe liegt, gedeihen hier Orangen-, Mandel- und Olivenbäume prächtig und verleihen dem Ort mit den schmalen Gassen und den schneeweißen Häusern ein ganz besonderes Flair.

 

Pampaneira ist ein märchenhafter Ort

Spaziert man durch die Gässchen von Pampaneira, fühlt man sich wie in einer Märchenwelt. Die Häuser entlang der engen Wege stammen noch aus maurischen Zeiten oder aus dem Mittelalter.

Der romantische Ort liegt auf 1060 Metern Höhe, eingebettet zwischen den Bergen der Sierra Nevada und der Mittelmeerküste, direkt an der Schlucht des Rio Poqueira. Man blickt auf einer Seite auf die Berge der Alpujarras und auf der anderen Seite auf die Dreitausender der Sierra Nevada.