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Ein Ausflug mit dem Segelboot vor der toskanischen Küste

“Domani fa bel tempo, andiamo al mare!” “Morgen wird es gutes Wetter, gehen wir ans Meer!” sagt Renato. Renato ist im Alltagsleben “Dottore” und der Schwiegersohn von Elio. Renato besitzt die gut zehn Meter lange Yacht “Farcap” mit Liegeplatz in Castiglioncello an der Küste der Toskana. “Ma, partiamo gia presto!” “Wir brechen aber schon früh auf!” Diese Aufforderung nehmen wir uns zu Herzen und finden uns am frühen Morgen auf dem Feriengut “Le Capanne” mit seinen Ferienwohnungen ein, wo Renato lebt, falls er sich nicht in seiner Florentiner Stadtwohnung aufhält. Renato und Andreina sind schon bereit und stehen mit vollen Plastiktüten vor der Türe. Schnell werden diese im Auto verstaut und ab geht es an das etwa 1 Autostunde entfernte Mittelmeer, an die Küste der Toskana. Doch bereits nach etwa 3 Kilometer, in Iano, will Renato in der kleinen Bar frühstücken. Cappuccino und ein “Pezzo” sind rasch vertilgt. Auf kurvenreichen Sträßchen fahren wir nun weiter über die Ausläufer der Apuanischen Alpen unserem Tagesziel entgegen. So dachten wir!

Aber wir sind Deutsche und Renato ist aus der Toskana, und Renato will diesen Tag offensichtlich genießen. Stunde für Stunde, Gelegenheit für Gelegenheit. Wir hätten uns beeilt, an Bord zu kommen, die Segel zu hissen, vielleicht die Insel Elba oder einen entfernten Küstenort der Toskana anzusteuern und abends mit Stolz geschwellter Brust von den sportlichen Leistungen berichten. Nicht so Renato. Kaum erreichen wir das dem Castiglioncello vorgelagerte Rossignano, besorgt Andreina bei einem kleinen Bäcker – und nur hier! – einige Pizzen. Ein paar Straßen weiter kauft Renato Muscheln ein, von denen er behauptet, daß diese Sorte Muscheln nur in diesem Geschäft angeboten wird. Unser Gefährt ist nun vollgepackt und nach wenigen Kilometern erreichen wir unser Ziel. Wir beladen das kleine Taxiboot mit unseren Einkäufen und Siebensachen und lassen uns zu Renatos Segelyacht bugsieren. Mit vereinten Kräften ist das schöne Boot rasch seeklar, die Segel sind gesetzt und der kleine Außenbordmotor schiebt uns tuckernd aus dem Hafen.

Inzwischen ist es später Vormittag und die Julisonne erwärmt das weiße Deck. Dort empfängt uns eine Brise, die Segel knattern im Wind und gischtschäumend gleiten wir in Richtung Livorno. In Gedanken stellen wir uns schon vor, wie wir mit geblähter Takellage und Neid erregend vor den am Hafen Flanierenden aufkreuzen. So dachten wir! Aber wir sind Deutsche und… Mit Blick auf den Sonnenstand erklärt Renato: “Mangiare”, “Essen”! Um kochen zu können, erklärt er uns, müssen wir uns wieder dem Hafen nähern, da es dort weniger Wellen hat und das Boot somit ruhiger liegt. Andreina und Bianca beginnen, die Muscheln zu säubern, Renato ankert das Boot in Sichtweite der anderen Boote und kocht Spaghetti mit frischem Meerwasser “al dente”, was dem Gericht eine ganz besondere Note verleiht. Elios gut gekühlter, leichter Weißwein versetzt uns in fröhliche Schwingungen und wir zählen uns zu den Glücklichsten der Erde.

Unser Tatendrang meldet sich wieder. Und wir denken, nun geht es endlich richtig zur Sache. Nicht so Renato und Andreina. Ohne große Ankündigung verschwinden Sie in der geräumigen Kajüte zur ausgiebigen Siesta, wie es in Italien üblich ist. Wir bleiben an Deck. Bei geschlossenen Augen vermitteln uns die an die Bordwand rollenden Wellen und die Illusion, wir wären auf großer Fahrt. Das Rumpeln der Ankerkette erinnert uns jedoch an die Wirklichkeit: wir liegen fest. Der Uhrzeiger geht auf den nachmittäglichen Fünfer zu und – welch Überraschung – unser Capitano Renato taucht unvermittelt schlaftrunken auf und kündigt nun den sportlichen Teil des Unternehmens an. Inzwischen frischt die Brise etwas auf und verspricht gutes Segeln. Als Ziel vereinbaren wir einen weit entfernten Leuchtturm, welcher den Richtung Korsika fahrenden Schiffen als Orientierung dient. Ha, wie bauschen sich die Segel, das Fock bläht sich, schäumende Gischt bildet eine lang zu beobachtende Spur hinter dem Heck. Renato hält die Yacht hart am Wind und unser Segelerlebnis ist vollkommen. Nach etwa drei Stunden nähern wir uns wieder Castiglioncello. Schon von weitem entdecken wir die gelbgetönte Villa einer bekannten Familie, welche uns den Weg in den Hafen weist. Ruckzuck ist das Boot vertäut, Ordnung an Bord gemacht und das uns schon bekannte Taxiboot bringt uns zum Kai. Wegen Falschparkens klebt an unserem Auto ein vom örtlichen Carabiniere ausgestellter Strafzettel. Renato rät, die Strafe nicht zu entrichten, denn “siamo in Italia”, ” wir sind in Italien!” So denkt Renato, der Toskaner. Aber wir sind Deutsche und bezahlen am nächsten Tag 20.000 Lire Strafe.

Karl Fischer
Karl Fischer
Gründer, "Der Artifex".

Karl Fischer war schon immer ein sehr umtriebiger Mensch, auf seine ureigene, sympathische Art und Weise. Der geborene Allgäuer hat auch immer konsequent das Credo verfolgt, authentisch und lebensbejahend zu sein, immer mit beiden Beinen (Füßen - würde er sagen) auf dem Boden bleibend. Es war tatsächlich Karl Fischer, der 1983 die Geschäftsidee mit der Agentur für Ferienwohnungen hatte und es war Karl Fischer, der konsequent die Infrastruktur für den Erfolg der Firma schuf.