Eine Erkundungsreise an die Oberitalienischen Seen

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Gardasee, Lago d’Iseo, Comer See und Lago Maggiore

Die wunderschönen Oberitalienischen Seen sind immer eine Reise oder einen Ausflug wert! Wir haben uns auf einer Erkundungstour wieder einmal persönlich davon überzeugt.

Ich schaue entspannt aus dem Autofenster und genieße die Fahrt. Die untergehende Sonne färbt den Gardasee in den Farben des Flieders. Neben mir auf dem Beifahrersitz hält meine Kollegin und Mitarbeiterin Andrea die Straßenkarte in der Hand – mein Auto hat tatsächlich noch kein Navigationssystem. “Selbst ist die Frau”, ist mein Motto und folge den Anweisungen von Andrea, bis wir nach zahlreichen Tunneln und Kurven das kleine Örtchen Navazzo erreichen, weit oberhalb des pittorsken Städtchens Gargnano, dem wohl charmantesten Ort an der Westseite des Gardasees.

Gardasee

Gabriele Seresina, der Besitzer des Hotels “Villa Sostaga”, begrüßt uns herzlich und geleitet uns zu den wunderschönen, eleganten Gästezimmern. Nach einem wohlschmeckenden Abendessen im Restaurant des Hotels mit traumhaftem Blick über den See begeben wir uns zu einer geruhsamen Nachtruhe. Am nächsten Tag starten wir gleich am frühen Morgen in Richtung Riva am Nordende des Lago di Garda. Wir durchqueren wieder entlang der westlichen Uferstraße “Gardesana Occidentale” einige Terrassenhänge sowie zahlreiche, in die Berge gesprengte Tunnel und genießen das milde Klima bei leichtem Fahrtwind. An seinem nördlichen, alpinen Teil wird der Gardasee von schroffen Felsen eingerahmt. Hier tummeln sich vor allem Windsurfer, die, in Neoprenanzüge gepackt, über das eisblaue Wasser flitzen. Wir durchfahren das zwischen die Felsen gequetschte, schattige Städtchen Riva, das wir bereits gestern bei der Hinfahrt kennengelernt haben.

Iseosee

Die Fahrt geht nun weiter zum kleinsten der vier randalpinen Seen, dem Iseosee. Hier gibt es einen Geheimtipp zu entdecken: Im Lago d’Iseo befindet sich eine kleine, dicht bewaldete und steil aufragende Insel – die “Monte Isola”. Wer diese zauberhafte Insel entdecken will, darf nicht bewegungsfaul sein. Kurzentschlossen gelangen wir mit einem der Fährboote zum kleinen Hafen der Insel; hier mieten wir uns Fahrräder und umrunden damit die kleine Insel. Ein kulinarischer Abstecher darf bei einer gemütlichen Fahrradtour nicht fehlen und schnell entdecken wir eine urgemütliche Trattoria, in der leckere Antipasti und ein Glas Wein aus der Franciacorta angeboten werden. Und weil dieser edle Schaumwein der Region gar so lecker und der Wirt so sympathisch ist, bleibt es nicht bei einem Glas. Ein wenig angeheitert und bestens gelaunt setzen wir unsere Inselumrundung fort. Die nächsten beiden Nächte verbringen wir im schönen Hotel “Rivalago” direkt am Ufer des Lago d’Iseo. Hier gönnen wir uns eine Junior Suite mit privater Sonnenterrasse und Seeblick, die zum ausgiebigen Sonnenbaden bei traumhaften 25 Grad einlädt. Abends entdecken wir die kleine Osteria “Il Volto”, die ein vorzügliches Dinner und sehr gute Weine aus der Franciacorta bietet. “Mindestens einen Stern wert”, denke ich mir und stelle später fest, dass das Lokal tatsächlich bereits einen Stern hat.

Comer See

Als nächstes steht der Comer See auf dem Plan unserer Rundreise. Hier besuchen wir die zahlreichen Villen an der Azaleen-Riviera. Diese Villen sind geradezu eine Augenweide – egal ob klein und fein oder elegant und groß mit raffiniert angelegten Parkanlagen und Pflanzen aus aller Welt. Die Alpenwelt gerade im nördlichen Teil des Comer Sees ist ein wahres Eldorado für Bergfreunde und Alpinisten, so dass wir hier auch eine kleine Bergtour zu einer der zahlreichen, urtümlichen und bis zu 200 Jahre alten Berghütten unternehmen.

Lago Maggiore

Leider ist auch hier bald schon wieder Aufbruch angesagt und weiter geht die Fahrt zum letzten Ziel unserer Reise, dem Lago Maggiore. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, man fühlt sich in das Italien der 50er Jahre zurückversetzt. Auf schmalen Küstenstraßen passieren wir zu linker Hand den glatten, blauen Spiegel des Wassers während rechts hinter eingewachsenen Steinmauern großzügige Parkanlagen voller Zypressen, Bougainvillen und Zitronenbäumen zu prächtigen Villen führen. Wir gelangen nach Pallanza, einem altertümlichen Städtchen römischen Ursprungs, besichtigen dort das historische Zentrum und entdecken herrschaftliche Gebäude mit bezaubernden, architektonischen Elementen wie Pforten, Bogengängen und Kapitellen. Der Fußmarsch macht hungrig, so dass wir uns für ein frühes Abendessen in der “Trattoria Concordia” direkt am Hafen entschließen – ein Restaurant mit typisch regionaler Küche und sommerlich gemütlichem Ambiente. Die letzte Nacht der erlebnisreichen Reise verbringen wir sehr luxuriös im traditionsreichen “Grand Hotel Majestic” und genießen von unseren Zimmern aus einen grandiosen Blick auf die Borromäischen Inseln sowie den traumhaften Sonnenuntergang. Was für ein wunderbarer Abschluss!

Anja Fischer
Anja Fischer
Kennt fast alle Zielgebiete wie ihre Westentasche und hat fast alle Ferienhäuser und Hotels persönlich inspiziert.

Anja Fischer liebt Genuss und das Ausleben schöner Momente, im Hier und Jetzt. Das geht einher mit einer zelebrierten Leidenschaft fürs Kochen. Das hat sie von ihrem Vater. Und sie kann es tatsächlich: ungezügelt genießen und dabei kein Gramm zunehmen. Das sind die Gene der Mutter. Oder ist es diese immerwährende Energie, welche die diplomierte Betriebswirtin in einer beneidenswerten Form hält? Ihre unstillbare Neugierde auf Menschen, Länder und authentische Erfahrungen? Anja ist ein Multi-Tasking-Individuum.