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Die Île d’Oléron ist nach Korsika die zweitgrößte Insel Frankreichs und liegt an der Atlantikküste im Golf von Biskaya, oberhalb der Mündung der Gironde, zwischen den Städten Royan und Rochefort. Die Insel, auch “Mimoseninsel” genannt, gehört zur Region Poitou-Charentes im Department Charente-Maritime. Etwa 19.000 Einwohner leben ganzjährig auf der Insel, die Hauptstadt ist Saint-Pierre-d’Oléron. Die flache Insel hat eine Fläche von 175 Quadratkilometern, eine Länge von 34 Kilometern und eine maximale Breite von 12 Kilometern.

Östlich der Île d’Oléron befindet sich die kleine Nachbarinsel Île d’Aix, nördlich liegt die Île de Ré. Zwischen den Inseln liegt das Seegebiet “Pertuis d’Antioche”, das erstklassige Bedingungen für Segler aufweist; der südliche Bereich ist größtenteils verschlickt und somit ideal für die Austern- und Muschelzucht. Die Île d’Oléron ist europaweit eines der bedeutendsten Zentren für Austernzucht.

Geschichte

Die Insel war bereits zur Römerzeit unter dem Namen “Ularius” bekannt und laut Plinius eine Sommerfrische. In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde sie, wie auch viele andere Atlantikinseln, zum Zankapfel zwischen England und Frankreich. Eleonore von Aquitanien wurde auf der Île d’Oléron 16 Jahre lang von ihrem Mann Heinrich II. gefangen gehalten, weil sie ihre ältesten Söhne in deren Rebellion gegen den Vater unterstützt hatte. Im Jahr 1623 nahm Ludwig XIII. die Insel in seinen Besitz.

Nach seinem Attentat auf Napoléon Bonaparte wurde Prinz Karl Konstantin von Hessen-Rotenburg von 1800 bis 1803 auf die Île d’Oléron verbannt. Während des deutschen Nationalsozialismus war die Insel Teil des Atlantikwalls, und noch heute befinden sich an mehreren Stränden und Dünen alte Bunker- und Verteidigungsanlagen.

Infrastruktur

Ebenso wie die Île de Ré ist auch die Île d’Oléron über eine Brücke vom Festland aus erreichbar. Der “Viaduc d’Oléron” verbindet die südliche Spitze der Insel mit dem Ort Bourcefranc-le-Chapus auf dem Festland. Diese Brücke wurde im Jahre 1966 eröffnet und war zur damaligen Zeit mit ihren 2,86 Kilometern die längste Brücke in Frankreich; sie ersetzte den Fährverkehr, dessen Anleger noch heute zu sehen sind.

Die Häfen auf der Insel werden heutzutage überwiegend für den privaten und touristischen Schiffsverkehr genutzt, im Sommer gibt es Linienschiffe zu den Nachbarinseln Île d’Aix, Île de Ré sowie in die Hafenstadt La Rochelle und zum Fort Boyard. Der Fischereihafen im Städtchen La Cotinière an der Westküste der Insel ist einer der bedeutendsten an der Atlantikküste Frankreichs. Auf der Île d’Oléron gibt es nur kleinere Landstraßen, die jedoch meist gut ausgebaut sind, außerdem gibt es auf der flachen Insel zahlreiche Radwege.

Tourismus

Auf der Île d’Oléron herrscht ein recht mildes Klima, so geht die Saison von April bis Mitte September. Für Urlauber stehen auf der Insel zahlreiche Campingplätze, Ferienhäuser und Ferienwohnungen zur Verfügung, außerdem einige kleinere Hotels.

Sehenswürdigkeiten der Insel sind unter anderem der Leuchtturm Chassiron, die Zitadelle in Château d’Oléron sowie die vorgelagerte Festung Fort Boyard, welche auch durch eine Fernsehsendung bekannt wurde. In Petit-Village kann man sich in einem Freiluftmuseum über die Gewinnung von Meersalz informieren. Der Marais aux Oiseaux ist ein Sumpfgebiet mit über 60 seltenen Tierarten, die man sonst in der Natur kaum sieht. Beliebt bei Urlaubern sind auch die schönen langen Sandstrände, die oft von Dünen oder Wäldern begrenzt werden. Die Insel ist noch weitgehend naturbelassen und wurde bisher vom Massentourismus verschont.

Stefanie Jehle
Stefanie Jehle
Backoffice, Content-Management & Administration, "Voyage, Voyage".

Die im Jahr 1987 noch auf Vinyl erschienene Hit-Single der französischen Sängerin Desireless sagt so manches aus über das Wesen und die Präferenzen von Stefanie Jehle. Zunächst: Reisen ist ihre Passion. Dabei führt sie ihre spontane Neugierde auch an die entlegensten Orte dieser Welt. Ihre persönliche Lieblings-Destination ist jedoch Frankreich. Nicht nur deshalb, weil Stefanie so gut französisch spricht (ihr Englisch und Italienisch sind allerdings nur unwesentlich schlechter), es ist einfach die Lebensart unserer westlichen Nachbarn, die ihr so gut gefällt.