Land und Leute – Fast Food in der Römischen Antike

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Wer die Gelegenheit hat, die wirklich sehr sehenswerten Ausgrabungsstätten im süditalienischen Pompeji zu besuchen, sollte dabei Ausschau halten, was vor 2000 Jahren als „Cauponae“ bekannt war. Das ist, salopp gesagt, der McDonald’s der Antike und war bei den Bewohnern des römischen Reiches äußerst beliebt. Es handelt sich hierbei um Imbiss-Stände, die sich in einem Gebäude oder einem Verschlag befanden.

In Pompeji gibt es mehrere dieser Einrichtungen, hier konnten die Bürger schnell eine Mahlzeit und ein Glas Wein im Vorbeigehen verzehren. Farbige Schilder über ihren Türen lockten die Kunden an, wahrscheinlich ist sogar, dass sie individuelle Namen trugen, so finden sich in Pompeji Gaststätten, die mit unterschiedlichen Symbolen warben, einmal ist es ein Phönix, ein anderes Mal ein Elefant und ein Pygmäe. Und wie in modernen italienischen Espresso-Bars standen die Leute an einem Tresen, wo sie bedient wurden. Wie in modernen Bars in Italien heute an einem Tresen, standen die Leute damals an einem L-förmigen Ziegelstein

Die Atmosphäre war generell wohl eher locker und unkompliziert, das Publikum stammte wohl eher aus der breiten Masse, denn die wohlhabenden Bürger Roms pflegten zu Hause zu speisen. Dem häuslichen Mahl wurde große Bedeutung zugemessen, Bankette zu veranstalten war ein Statussymbol und es galt als selbstverständlich, dass man sich Köche und sonstiges Hauspersonal hielt, wollte man zur Oberschicht Roms gehören.

Caupona Pompei

Die Cauponae waren also sozusagen das Pendant zur heutigen Kneipe um die Ecke. Interessant sind Details: So gilt beispielsweise als gesichert, dass die Caupona in der Via dell’Abbondanza einem gewissen Vetutius Placidus und seiner Frau Ascula gehörte. Auch die Dekoration und Einrichtung waren sehr einfach, die zubereiteten Speisen unkompliziert. Zu den Favoriten zählten beispielsweise gebratener Fisch, Wurst aus Schweinefleisch, Rebhuhn-Eintopf, Spiegeleier und gekochtes grünes Gemüse, das die Gäste mit dem Standard-Gewürz der alten Römer versahen, dem berühmten Garum, eine würzige Soße, die aus vergorener Fischsuppe gewonnen wurde. Dazu gab es grobes Brot, zu den Beilagen gehörten auch roher Knoblauch und frische Feigen.

Im Unterschied zu modernen Fast Food Lokalen waren die Cauponae jedoch ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Viele gingen auch lediglich auf einen Plausch dort hin oder einfach, um die neuesten Nachrichten und Gerüchte zu erfahren. Geschäfte wurden hier gemacht und dem Glücksspiel gefrönt, meistens wurde um bares Geld gewürfelt. Auch gab es bereits Diskussionen um die Qualität der Speisen und so mancher vermutete, wie heute und wohl auch nicht ohne Grund, dass bereits im antiken Fast Food minderwertige Produkte verarbeitet würden.

Jörg Fischer
Jörg Fischer
Leitung Produktmanagement, "Let it Roll".

Jörg kennt fast alle Zielgebiete wie seine Westentasche und hat fast alle Ferienhäuser und Hotels persönlich inspiziert.

Manche Dinge ändern sich, andere nicht. Für Jörg galt schon immer: Vorliebe für gutes Essen und sehr gute Weine, für komfortables Reisen sowie eine echte Abneigung gegen sportliche Betätigung. Dinge die sich ändern: So manches Hobby - erst unlängst musste die geliebte "Ducati Sportclassic" einer kleinen Sammlung an amerikanischen Gibson- und Fender-Gitarren weichen.