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Früher war alles besser – oder? Gerade jetzt in unserer schnelllebigen und oft unübersichtlichen Zeit gibt es wieder einen verstärkten Hang zu Nostalgie, die Vergangenheit wird mit verklärtem Blick als besser, einfacher, entschleunigter und glücklicher wahrgenommen. Ob man es nun mit dem Wort Nostalgie oder mit dem allgegenwärtigen Begriff Retro beschreibt, das Gefühl bleibt dasselbe, man hängt der Vergangenheit nach und wünscht sich das Lebensgefühl vergangener Zeiten zurück.

“Nostalgie” bedeutet der griechischen Wortherkunft nach schmerzhaftes Heimweh, der Begriff wurde vom Schweizer Johannes Hofer im Jahr 1688 erstmals in seiner Dissertation genannt. Er verwendete den Begriff im medizinischen Zusammenhang, um das krank machende Heimweh von Schweizer Söldnern im Auslandseinsatz zu beschreiben. Im Deutschen bezieht sich der Begriff “Nostalgie” heute nicht mehr auf die Sehnsucht nach einem Ort sondern auf die die Sehnsucht nach vergangenen Zeiten. Die gute alte Zeit kann entweder die selbst erlebte Vergangenheit sein oder auch eine Zeitepoche wie etwa das Mittelalter oder die goldenen 50er Jahre.

Gründe für Nostalgie

Dass man die eigene Vergangenheit verklärt liegt sicherlich daran, dass sich im Laufe des Lebens schöne Erinnerungen mehr einprägen als unliebsame Momente und im Rückblick die positiven Ereignisse deutlich herausstechen. Auch hat der Alterungsprozess einen Einfluss auf die Verklärung der Vergangenheit, mit zunehmendem Alter nimmt die Gesundheit tendenziell ab und die eigene Vergänglichkeit tritt zunehmend ins Bewusstsein, so sehnt man sich nach den alten Zeiten, als man noch jung und unbeschwert und das Leben anscheinend so viel leichter war.

Beliebte Bereiche für Nostalgie

Bei Nostalgikern beliebt sind auch geschichtliche Epochen, besonders das Mittelalter erfreut sich großer Beliebtheit. Dieses Zeitalter wird auf Märkten und Festen oft zelebriert, von Kleidung über Nahrung bis zu Bräuchen und Gepflogenheiten wird möglichst originalgetreu das Mittelalter nachgelebt. Die Rockabilly-Szene konzentriert sich auf die 1950er Jahre und lässt diese durch Musik, Kleidung und auch Oldtimer wieder aufleben.

Nostalgie kann sich auf verschiedene Gebiete erstrecken, so etwa auf Musik, Architektur, Kunst, Mode und Design, hier ist dann oft von “Retro” die Rede. In der Geschichte gab es immer wieder Retro-Wellen, die Elemente aus vergangenen Epochen und Stilen wieder aufgriffen. Derzeit ist so gut wie alles angesagt, was aus den 1950er bis 1980er Jahren stammt, ob modisch, musikalisch und selbst auch kulinarisch.

Beim Interior-Design sind die 60er und 70er Jahre angesagt, aber auch der Bauhaus-Stil der 1920er und 1930er Jahre erfreut sich großer Beliebtheit bei den Designern. Automobilhersteller sind ebenfalls auf den Retro-Trend aufgesprungen, der New Beetle von VW oder neue Fiat 500 greifen das Design früherer Automodelle auf und lassen die Vergangenheit wieder aufleben.

Urlaub & Reisen

Auch bei Urlaubsreisen ist Nostalgie oft ein Thema, so gilt zum Beispiel das Italien der 1960er Jahre als besonders romantisch und beschaulich. Spezielle Angebote wollen das Lebensgefühl dieser Zeit wieder heraufbeschwören, so kann man etwa in einem originalen Fiat 500 oder einer alten Vespa die Toskana erkunden oder mit einem Alfa Spider Cabrio die Amalfiküste entlang fahren.

Ebenso lassen Bahnreisen in historischen Luxuszügen längst vergangene Zeiten wieder aufleben, wenn man etwa im nostalgischen Orient-Express oder im Royal Scotsman durch die Lande fährt. Es gibt auch historische Schiffe und Segelboote, mit denen man die Weltmeere nostalgisch durchkreuzen kann.

Stefanie Jehle
Stefanie Jehle
Backoffice, Content-Management & Administration, "Voyage, Voyage".

Die im Jahr 1987 noch auf Vinyl erschienene Hit-Single der französischen Sängerin Desireless sagt so manches aus über das Wesen und die Präferenzen von Stefanie Jehle. Zunächst: Reisen ist ihre Passion. Dabei führt sie ihre spontane Neugierde auch an die entlegensten Orte dieser Welt. Ihre persönliche Lieblings-Destination ist jedoch Frankreich. Nicht nur deshalb, weil Stefanie so gut französisch spricht (ihr Englisch und Italienisch sind allerdings nur unwesentlich schlechter), es ist einfach die Lebensart unserer westlichen Nachbarn, die ihr so gut gefällt.