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21. Juni 2016
pisa

Die Stadt Pisa liegt in der Toskana und ist die Hauptstadt der Provinz Pisa in der Region Toskana. Pisa hat knapp 90.000 Einwohner und liegt unweit der Mündung des Flusses Arno ins Mittelmeer. Die Atmosphäre der Stadt wird durch die ca. 40.000 Studenten belebt, welche eine der beiden italienischen Elitehochschulen oder die große Universität besuchen. In den Semesterferien ist Pisa jedoch ziemlich ausgestorben, da die meisten Studenten nach Hause fahren.

Der Schiefe Turm von Pisa

Der nicht ganz planmäßige Bau des Campanile

Das Wahrzeichen von Pisa und weltbekannt ist der sogenannte “Schiefe Turm”, der als Campanile (Glockenturm) neben dem Dom errichtet wurde. Mit dem Bau des Turmes wurde im August des Jahres 1173 begonnen, 12 Jahre und 3 Stockwerke lang ging alles gut. Dann jedoch brach der Untergrund aus Sand und lehmigem Morast ein und der Turm begann, sich nach Südosten abzusenken. Nach einem hundertjährigen Baustopp setzte man dann weitere vier Stockwerke schräg auf den bereits bestehenden Turm, um die Neigung wieder auszugleichen; nach einem weiteren Baustopp wurde dann 1372 auch die Glockenstube fertiggestellt.

Der eindrucksvolle Turm ist 55 m hoch (geplant waren 100 Meter), hat einen Durchmesser von 12 Metern und eine Neigung von 3,97 Grad. Man sagt, dass der in Pisa gebürtige Galileo Galilei auf dem schiefen Turm die Fallgesetze entdeckte.

Architektur des Turms

Der Campanile wurde aus weißem Carrara-Marmor erbaut, was allein schon ein Gewicht von 14.200 Tonnen ausmacht. Dazu kommen dann noch sieben Glocken – kein Wunder also, dass der morastige Untergrund das Gewicht irgendwann nicht mehr tragen konnte. Jedes der Stockwerke hat eine Galerie mit 30 Säulen, die ganze Architektur des Turmes war für die damalige Zeit sehr außergewöhnlich.

Die “Begradigung”

Der Besuchermagnet musste von 1990 bis 2001 gesperrt werden, da die Schieflage zu riskant wurde. Mit verschiedenen Methoden wurde versucht, den Turm wieder etwas aufzurichten; Erfolg brachte nur die von John Burland geplante Bodenextraktions-Methode. Man bohrte Löcher unter den Nordteil des Turms und entfernte 50 m³ Erdreich. So senkte sich an dieser Stelle der Turm, richtete sich um 44 cm auf und soll für die kommenden drei Jahrhunderte gesichert sein.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Pisa

Piazza dei Miracoli

Neben dem Schiefen Turm sind auch der Dom “Santa Maria Assunta” und das kreisrunde Baptisterium, beide ebenfalls aus Carrara-Marmor, sehr sehenswert. Alle diese Gebäude stehen auf der Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder), auch Piazza del Duomo genannt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Städten wurde der Platz nicht bebaut, und so hat man heute von der grünen Rasenfläche einen wunderbaren Blick auf die beeindruckenden Bauwerke. Zusammen mit dem angrenzenden Friedhof (Camposanto Monumentale)  wurde das gesamte Ensemble aus Dom, Baptisterium und Turm 1987 ins UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Die Altstadt von Pisa

Lohnend ist auch ein Spaziergang durch die Altstadt, die noch recht ursprünglich geblieben ist, da sich die meisten Besucher sich nur im Dunstkreis des schiefen Turmes bewegen. Die verwinkelten Gassen, Cafés und Geschäfte versprühen noch den typischen Charme einer toskanischen Stadt. Die Häuser mit ihrem typisch gelben Anstrich lassen den einstigen Reichtum von Pisa erahnen.

Der Botanische Garten

In Pisa befindet sich auch einer der ältesten botanischen Gärten der Welt, der 1543 angelegt wurde. Hier kann man seltene Pflanzen bestaunen und sich vom Trubel in der Stadt erholen – und den Schiefen Turm auch einmal aus einem anderen Blickwinkel sehen!

Antonella Caradonna
Antonella Caradonna
Produktmanagement Italien, "La Dottoressa".

Bereits als Studentin der Uni Pisa jobbte Antonella Caradonna während der Semesterferien in unserem Büro in Montaione. Sie kümmerte sich um die Kundenbetreuung vor Ort und lernte die Tourismus-Branche von ihrer praktischen Seite kennen: Was sind die Belange und Erwartungen von Urlaubern aus deutschsprachigen Ländern in Italien, was macht sie glücklich und was sorgt für Unmut?