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Reisebericht Sizilien

09.04.2013

Vor einigen Jahren führte mich mein Sommerurlaub auf die Insel Sizilien, ausnahmsweise mal alleine, und es war eine intensive Erfahrung!

Sizilien ist ein Land der Extreme, es bietet schöne kleine Ortschaften am Meer und wunderbare Hügellandschaften mit Weinbergen und griechischen Ruinen, aber auch mittelalterliche Städte und imposante Bergformationen. Wirklich bizarr sind dagegen die unglaublich hässlichen neuen Stadtviertel mit ihren riesigen Wohnblöcken - wer mag nur dort wohnen!?

Auf Sizilien gibt es so viel Geschichte - man riecht diese förmlich. Ich glaube nicht, dass viele wissen, wie viele verschiedene Kulturen die Kontrolle über Sizilien hatten und ihre Spuren hinterließen: etwa die Griechen, Phönizier, Araber und Normannen. Nimmt man das Beispiel Venedig - dort waren es schon immer die Venezianer! Na ja, abgesehen von der österreichischen Besetzung, aber das zählt kulturell nicht.

Für meine Sizilienreise habe ich jedenfalls 10 Tage eingeplant und in dieser Zeit bin ich weite Strecken durch das Land gefahren - vielleicht etwas zu weit, aber ich bin froh, dass ich es beschlossen und durchgezogen habe. Denn so habe ich einige erstaunliche Dinge gesehen, auch wenn es einfacher und bequemer gewesen wäre, die ganze Zeit am Strand von Taormina zu liegen...

Mein erstes Etappenziel war demnach Taormina. Das Flugzeug landete in Catania und ich nahm ein Taxi nach Taormina. Dies war meine erste Begegnung mit der sizilianischen Art, Auto zu fahren: Die Fahrt von Catania nach Taormina per Auto verlief deutlich schneller als der kurze Flug von Rom nach Sizilien.

Ich übernachtete in einem kleinen Hotel nahe des Stadtzentrums. Das Zimmer war sehr klein, aber es hatte einen kleinen Balkon mit Blick auf das Meer! Ich habe es geliebt! Zunächst bestellte ich ein Glas Wein auf mein Zimmer und man brachte mir in einer Karaffe so ungefähr den Inhalt einer Magnum-Flasche. Und das für vier Euro. Ich trank, packte meinen Koffer aus und ging dann aus, um die Stadt zu erkunden.

Leider schlug ich zunächst die falsche Richtung ein und landete im neueren Teil der Stadt; immerhin fand ich ein ganz ordentliches Restaurant, einheimisches Publikum, gute Pasta und robusten Wein. Zurück im Hotel und noch müde von der langen Anreise schlafe ich sehr früh ein und bin um 5 Uhr morgens schon wach. Ich zappe mich durch eine unendliche Anzahl italienischer TV-Kanäle mit allen erdenklichen Absurditäten. Plötzlich sah ich die Sonne über dem Mittelmeer aufgehen und überlegte mir, ob man wohl schon einen Kaffee bestellen kann. Ja, ich konnte.

Taormina ist so schön - man könnte es dort leicht für einen Monat aushalten, die Stadt wurde an einen steilen Hügel gebaut und die Vegetation ist üppig und farbenfroh. Ich gehe wieder los ins Ungewisse und finde einen schönen Weg den Berg hinauf durch malerische, mit bunten Blumentöpfen vollgestellte Gassen. Mir war nicht klar, auf was ich mich da einließ, aber es stellte sich als richtige Entscheidung heraus. Irgendwann begann der Weg zur religiösen Wallfahrt zu werden, am Wegesrand standen Terracotta-Skulpturen mit den Stationen des Kreuzweges und auf dem Berggipfel gab es eine Kirche.

Oben angekommen drehe ich mich um und blicke auf Taormina hinab und weiter auf das offene Meer hinaus. Ich sehe das "Teatro Greco", ein antikes griechisches Theater, erstaunlich gut erhalten. Ein atemberaubendes Bild, umwerfend! Ich gehe weiter und gelange zu einer Bar. Wie im Hotel bestelle ich ein Glas Wein und hoffe, dass der Trick mit der Riesenmenge wieder klappt - aber dieses Mal ist es wirklich nur ein Glas und kostet sechs Euro. Ich sitze an einem kleinen Tisch und schreibe, ganz altmodisch, Postkarten.

Dann geht es zurück in die Stadt, zuerst zum Mittagessen in ein Lokal namens "Gambero Rosso". Wie alle Ausländer sitze ich im Freien und als ich das WC aufsuche sehe ich, dass innen kein Mensch sitzt - was zeigt, dass Einheimische das Lokal wohl eher meiden. Verständlich bei der üblichen Kundschaft - besonders schrecklich ist eine wirklich unausstehliche Gruppe amerikanischer Urlauberinnen. Mein erstes sizilianisches Mittagessen besteht aus Salat, Fritto Misto, Wein und es schmeckt sehr gut, ein netter Kellner mit Hawaii-Hemd bedient mich freundlich.

Beim Verdauungsspaziergang nach dem Mittagessen entdeckte ich eine wirklich schöne, kleine Vinothek. Als der Besitzer merkte, dass ich mich mit Wein halbwegs gut auskenne, zeigt er mir seine besondere Weine, mit viel echter Leidenschaft und ich kaufte den teuersten sizilianischen Wein, genannt "Duca Enrico" (mit knapp 30 Euro war der gar nicht übertrieben teuer) plus eine Flasche sizilianischen Dessertweins, welchen ich mit nach Hause nehmen wollte. Das Weingeschäft befindet sich direkt neben dem Kirchturm in der Mitte der Stadt und nennt sich "Enoteca Di Culoso Pancrazia".

Anschließend trank ich einen Espresso in der "Wunderbar", eine berühmten Bar, die von Elizabeth Taylor heiß geliebt wurde, und wie an so vielen Orte in Italien verstehe ich nicht, weshalb sich die meisten Leute über Preise in italienischen Bars beschweren - oder sind 5 Euro für ein gutes Glas Wein etwa zu viel? Es war so heiß, dass ich im Schatten saß, das Café war wenig besucht und ich hatte einen sehr ruhigen Platz neben einem Strauch mit Jasminblüten.

Etwas später am Tag nahm ich die praktische Seilbahn, die von der Altstadt von Taormina hinunter zum Meer führt, und schaute mich dort etwas um. Auf dem Weg zurück nach oben stehe ich dann in der Seilbahnkabine und ärgere mich über diese beiden Briten, die schon wieder in meiner Nähe sind. Ich hatte fast den Eindruck, verfolgt zu werden. Wo immer ich hingehe, sind die beiden in Reichweite: Bereits am Flughafen in Rom fielen Sie mir auf, sie kamen mit derselben Maschine. Bei der Kofferausgabe standen sie am Band neben mir. In einer Bar am Corso Umberto beobachte ich die Leute – sie sitzen neben mir und unterhalten sich über Tempel und Modergeruch. Und als ich in der "Wunderbar" einkehrte, zahlen sie gerade. Und jetzt schon wieder in der Seilbahn. Dabei ist es erst der zweite Tag!

Doch dann geschah etwas Erstaunliches. Wir wurden Freunde. Irgendwie fingen wir an zu reden. Alex ist ein klassischer Pianist und Clea ist eine Cellistin, dafür weiß ich mehr über britische Popmusik als beide zusammen. Die beiden sind Ende 20, ich schon etwas älter aber das scheint niemanden zu stören.

Abends ging ich mit meinen neuen Freunden zum Abendessen in ein Restaurant, ein Akkordeonspieler mit Haaren wie Elvis sorgt für Stimmung, er war wirklich gut! Wir tranken Wein und irgendwann fing Alex an zu singen - und ich war überrascht, wie gut er das machte. Es war ein toller, unvergesslicher Abend!

Auf dem Weg zurück ins Hotel sprach mich ein älterer Herr an, er wolle mich porträtieren "für Hobby, nicht für Geld." Es war zwar spät und ich war angetrunken, aber der Skizze, die er mir dann zeigte, sah ich nur ähnlich, wenn man mich auf den Kopf stellt. Schließlich war ich zurück in meinem Zimmer und hörte zu Ehren meiner neuen Freunde noch etwas britische Gitarrenmusik.

Am nächsten Tag wollte ich eigentlich auf den Ätna, spontan habe ich den Plan allerdings fallen gelassen und liege mit Clea und Alex am Strand von Taormina Mare. Das Meer ist angenehm warm, die Sonne scheint, es geht uns gut.

Ich breche jedoch etwas früher auf, es ist mein letzter Tag in Taormina und ich muss das "Teatro Greco" sehen, bevor ich abreise. Das "Teatro Greco" ist wirklich erstaunlich. Ich versuche, mir vorzustellen, wie es wohl vor 2000 Jahren hier war: das Theater gefüllt mit Menschen, ein wunderbarer Blick auf das Meer und den Ätna und dabei der Antigone lauschen. Heute jedoch bevölkern mehrere, im Russel Crow-Stil als Gladiatoren verkleidete Einheimische das Areal, und russische Touristen lassen sich mit ihnen fotografieren, die Gladiatoren verlangen dafür fünf Euro.

Später traf ich Alex und Clea noch einmal bei der Bar, in der wir uns kennenlernten, und da ich versprochen hatte, Clea für einen Drink in die "Wunderbar" einzuladen, löse ich mein Versprechen jetzt ein. Clea ist pleite und lamentiert lautstark darüber, aber es ist ihr großer Wunsch, einmal in der "Wunderbar" einzukehren. Wir sitzen an einem Tisch direkt am Meer und genießen die Zeit.

Abends gingen wir in ein Restaurant, das bei Einheimischen sehr populär zu sein scheint - es heißt "Trattoria San Pancrazio" - und hatten ein tolles Abendessen mit Pasta und Fisch sowie dem passenden Wein. Neben uns saß eine größere Gruppe Sizilianer, es war auch ein kleiner Junge dabei, der von Clea begeistert war... und der Vater nimmt das Baby und legt es in Cleas Arme. Sie hielt das Baby für eine wirklich lange Zeit, der Kleine hatte schöne blonde Haare. Nach dem Abendessen brachte uns der Kellner einen köstlichen Dessertwein - genannt "Vino Alla Mandorla", Weißwein mit Mandelaroma.

Es war Samstagabend und wir machten uns auf die Suche nach einer Bar. Wir fanden etwas Schönes, bevölkert mit vielen gutgelaunten Italienern und saßen auf einem Balkon bis frühmorgens.

Clea und Alex fragten, ob ich nicht einen weiteren Tag bleiben wollte, was ich gerne getan hätte. Aber der Reiseplan stand und so ging es weiter nach Siracusa.

Also verließ ich mein liebgewonnenes Taormina nach nur zwei Tagen und drei Nächten. Ich mietete ein kleines Auto und es soll losgehen in Richtung Siracusa, südlich von Catania gelegen, nicht allzu weit von Taormina entfernt, zwei Sunden Fahrt, schätzte ich.
Während des Check-Out im Hotel fragte mich die Rezeptionistin aus irgendeinem Grund nochmal nach meinem Pass (den ich, wie in Italien üblich, bereits beim Check-In abgegeben hatte). Vor der Abfahrt wollte ich auch noch etwas von diesem Mandel-Dessertwein kaufen und fand diesen bei meinem neuen Bekannten, dem Weinhändler in Taormina.

Schließlich befand ich mich auf der Autobahn Richtung Siracusa. Das Auto ist ein kleiner Fiat und ich tue mich schwer, mit den dahinbrausenden Autos Schritt zu halten, denn auf Sizilien gilt vor allem eine Regel beim Autofahren: wenn man im Verkehrsfluss mitschwimmen will, muss man vor allem eines - beschleunigen. Die weiteren üblichen Regeln: "Halte nicht vor roten Ampeln", "Fahr dem Auto vor dir ganz dicht auf", "Nicht für Fußgänger stoppen". Es ist wirklich verrückt! Ich denke eigentlich, ein guter Fahrer zu sein. Dennoch habe ich hier etwas Mühe. Jedenfalls fuhr ich irgendwann von der Autobahn runter und nahm eine kleinere Straße am Meer entlang durch ein ganze Reihe kleinerer Städte und dann durch Catania. Hier allerdings wünschte ich mir, ich wäre vor Catania wieder auf die Autobahn gefahren...

Mitten im Verkehrschaos von Catania (das mich viele Nerven kostete) fiel mir auf, dass die Rezeptionistin in Taormina mir meinen Pass nicht zurückgegeben hatte. Ich entschloss mich jedoch, trotzdem weiter nach Siracusa ins geplante Hotel zu fahren und dort meine Situation zu schildern. Als ich dort angekommen war, stellte ich zu meiner Erleichterung fest, dass das Mädchen an der Rezeption sehr gut englisch und auch passabel deutsch spricht. Ich beschrieb ihr meine Situation, worauf sie gleich in Taormina anrief und sich versprechen ließ, dass der Pass sofort per Express-Brief geschickt würde.

Ich hatte zwei Nächte gebucht. Ein Express-Brief mit der italienischen Post... wie lange würde das wohl dauern? Die Alternative war, nach Taormina zurückzufahren. So blieb ich Optimist und setzte mein Vertrauen in die Express-Abteilung der "Poste Italiane". Zumal die Rezeptionistin mir versicherte, dass die Sendung gewiss rechtzeitig ankommen würde.

Jedenfalls störte mich dieser Vorfall nicht weiter und bester Laune begab ich mich nach draußen, um Siracusa zu erkunden. Mein erstes Ziel war Ortygia, der antike Inselteil von Siracusa, welcher jedoch ziemlich weit von meinem Hotel entfernt ist. Als ich auf Ortygia ankam, war ich ziemlich müde, hungrig und etwas gestresst von der Fahrt; zudem war fast alles geschlossen (Sonntag), ich fand keine anständige Bar und zum Abendessen war es zu früh. Also musste ich durchhalten bis zum Abend.

Ich lief eine Weile herum, schaute mir die barocken Bauten an und setzte mich auf die Piazza Archimede, die einen sehr schönen Brunnen hat. Schließlich nahm ich jedoch erschöpft ein Taxi und fuhr zurück zum Hotel.

Das Hotel war eine gute Wahl, nur leider ziemlich weit außerhalb von Siracusa gelegen. Die Landschaft der Umgebung ist wirklich ungewöhnlich schön. In der Nähe gibt es weiße Felsformationen, die teilweise wie ein Canyon ausgebildet sind und zahlreiche Pflanzen und Bäume am unteren Rand der Canyons. Ich frage mich, ob dies wohl natürliche geologische Formationen sind oder eher alte, stillgelegte Steinbrüche, die das Material für den Bau antiker Tempel und Theater geliefert haben.

Das Hotel bietet eine große Veranda mit Korbstühlen und einen schönen Garten, mein Zimmer dagegen ist eher einfach und wenig originell eingerichtet. Der Speisesaal des Hotels ist sehr groß und hell beleuchtet - das ist wenig einladend, zumal auch kaum Gäste da sind. Ich beschloss daher, ein Restaurant aufzusuchen, welches ich auf meinem Spaziergang nach Ortygia gesehen hatte.

Das "Ristorante Jonico" liegt direkt am Meer und ich bekomme einen Tisch auf der Terrasse direkt am Wasser. Das Essen ist erstklassig. Ich hatte eine Pasta mit Sardellen und Semmelbröseln sowie einen ganz frischen Fisch mit etwas Orangen-Sauce. Danach bestellte ich noch etwas Käse. Es war wirklich schön dort und ich begann, mich zu entspannen; ich ging zu Fuß zurück ins Hotel und schlief sofort ein.

Am nächsten Morgen rief die Rezeption im Zimmer an und weckte mich: Das Hotel in Taormina sendet meinen Reisepass in einem Bus. Ich sollte zu einer bestimmten Haltestelle gehen, dort würde der Bus in einer Stunde ankommen. Es wäre ein grauer Bus mit der Aufschrift SAT. Pünktlich fand ich mich auf einem großen Parkplatz voller Busse ein, nicht weit von Ortygia. Ich wartete und wartete, es kamen und gingen viele Busse, aber nicht meiner.

Nach einer Stunde ging ich zurück ins Hotel und die Dame an der Rezeption rief den Busfahrer auf seinem Handy an. Zu dumm, dass ich die Nummer des Hotels oder des Fahrers nicht selbst dabei hatte, ich ärgere mich über mich selbst. Es stellte sich heraus, dass der Bus auf einem anderen Parkplatz wartete und ich machte mich wieder auf den Weg. Unterwegs wurde ich von einem Gewitter überrascht, es regnete in Strömen - ich ging dennoch weiter, aus Angst, der Bus könnte wegfahren, und schließlich erreiche ich, vor Nässe triefend, den Parkplatz. Der Bus ist tatsächlich da! Ich frage den Fahrer, "Haben Sie meinen Reisepass?" Er sagt: "Ja, das tue ich"! Er steigt aus dem Bus und gibt ihn mir - alles ganz einfach!

Ich ging zurück ins Hotel, inzwischen war fast Mittag und ich benötigte dringend ein Gläschen Prosecco. So saß ich auf der Veranda und blickte in die Landschaft. Da mich die Lauferei müde und hungrig gemacht hatte, beschloss ich, im unfreundlichen Speisesaal des Hotels zu Mittag zu essen. Ich nahm eine Dusche, zog mir frische Sachen an und aß einen Teller Pasta, der zugegebenermaßen gar nicht schlecht war...

Den Nachmittag verbrachte ich damit, das griechische Theater von Siracusa zu besuchen, übrigens das älteste in Sizilien, und ich fand es sehr beeindruckend. Da das Wetter immer noch etwas unbeständig war, war ich fast alleine auf dem Gelände, sehr angenehm. Ich spazierte noch etwas herum und beschloss dann, den Rest des Nachmittags mit einer Lektüre auf der Veranda des Hotels zu verbringen, definitiv der schönste Teil des Hauses.

Leider fand sich gleichzeitig eine Gruppe Touristen aus der Schweiz ein, sie sprachen über ihre Flüge, wunderten sich über Papierschnipsel und leere Flaschen am Straßenrand und philosophierten über die Italiener im Allgemeinen. Es war sehr mühsam und anstrengend, ihnen zuhören zu müssen, und das Buch konnte mich nicht richtig ablenken - so ertrug ich das ganze Gefasel mit Fassung. Abends suchte ich ein Restaurant auf, welches mir von der Hotelrezeption empfohlen worden war. Leider habe ich den Namen vergessen, denn es war mit Abstand das beste Essen, das ich bisher in Sizilien bekommen habe. Besonders der Hauptgang - Kaninchen mit einer Balsamico-Soße - war exzellent. Sogar besser als das ohnehin schon sehr gute "Ristorante Jonico". Es befanden sich auch zahlreiche Touristen dort, glücklicherweise saßen in meiner Nähe einige Skandinavier, deren Sprache ich nicht verstand...

Am nächsten Morgen ging ich wieder auf Tour. Ich hatte eine Nacht in Agrigento geplant, aber weil ich eine zusätzliche Nacht in Siracusa bleiben musste, entschied ich, direkt das nächste Ziel, Erice, im Westen der Insel anzusteuern. Das Mädchen an der Rezeption  sagte mir, die Fahrt würde etwa vier Stunden dauern - sie dauerte acht. Es war schon ein Abenteuer... ich nahm eine kleinere Landstraße statt der Autobahn und alle paar Kilometer musste ich eine Ortschaft durchfahren, das war sehr zeitraubend. Ich legte einen Zwischenstopp in Ragusa Ibla ein und bereute, hier keinen Aufenthalt eingeplant zu haben: eine wunderschöne Altstadt mit barocker sizilianischer Architektur.

Auf der Weiterfahrt kam ich nach Gela - einer schrecklichen, hässlichen Stadt mit großen Raffinerien. Müll und schlechte Straßen voller Lastwagen. Vielleicht gibt es schöne Ecken in Gela, aber ich konnte sie nicht erkennen. Danach erreichte ich Agrigento, es ist schon später Nachmittag, ich bin schon ziemlich müde und mein Kopf schmerzt. Dennoch mache ich einen Spaziergang durch das "Valle dei Templi", die zur Zeit der griechischen Hochkultur, neben der Akropolis in Athen, wichtigste und größte Pilgerstätte der damaligen Welt. Sehr beeindruckend!

Ich habe jedoch nicht viel Zeit, es liegt noch eine lange Strecke vor mir und ich beeile mich, nach Erice zu kommen. Die Strecke ist jetzt besser zu fahren und die Landschaft wird immer schöner, sanfte Hügel, viele Weinberge…

Das Zimmer in meinem Hotel in Erice ist einfacher Standard. Nichts besonderes, aber in Ordnung. Nach dem Plüsch des Hotels in Siracusa, in dem weiß befrackte Kellner Prosecco auf der Veranda serviert hatten, ist das hier sogar fast erfrischend. Ich hatte ja auch nicht viel Auswahl - es gibt nur drei Hotels in Erice. Durch die lange Fahrt war ich bei Ankunft sehr müde und ging noch schnell in eine Pizzeria - leider gab es dort nichts mehr zu essen und ich musste notgedrungen mit leerem Magen ins Bett.

Die Stadt Erice liegt sehr hoch, mehrere 100 Meter über dem Meeresspiegel und das Klima ist frischer, erstmals ist es mir nachts sogar etwas kühl. Am nächsten Morgen ging ich auf Erkundungstour durch Erice. Es ist eine mittelalterliche Stadt auf dem Gipfel eines Berges, mit einer Burg und Wald und Grün ringsum. Die mächtige Burganlage befindet sich oberhalb einer Ruine aus der Antike, damals ein Tempel, ein Heiligtum, welches zu Ehren der Göttin Venus errichtet worden war. Seeleute aus dem gesamten Mittelmeerraum steuerten den Hafen von Trapani an, um den Priesterinnen des Tempels einen Besuch abzustatten. Das erforderte ein gehöriges Opfer, denn der Weg zum Tempel war steil, weit und gefährlich.

Danach beschloss ich, hinunter zur Küste in die Stadt Trapani zu fahren, um etwas einzukaufen und wollte dort auch zu Mittag essen. Ich erreichte Trapani fast mit dem letzten Tropfen Benzin, es ist bereits 13 Uhr und ich musste feststellen, dass alle Tankstellen geschlossen sind bis 16 Uhr.. Zwar gibt es Selbstbedienungs-Automaten, aber seit ich vor einiger Zeit 20 Euro in einen dieser Automaten gesteckt habe, aber kein Benzin kam, traue ich den Dingern nicht mehr. Also parke ich und gehe Richtung Altstadt, um ein Restaurant zu suchen.

Trapani erinnert mich etwas an Siracusa, die Stadt ist ebenfalls barock, jedoch eine weniger verspielte Variante. Es ist heiß und ich glaube, ich bin erstens der einzige Tourist und zweitens der einzige weibliche Single, der in diesem Ort herumläuft. Ich fühle mich in das Jahr 1950 zurückversetzt - aus dieser Zeit gibt es ein berühmtes Schwarz-Weiß-Photo, "American Girl in Rome" oder so ähnlich - Männer starren mich an, Pfiffe und Gesten überall. Es ist ein bisschen unangenehm. In einer Bar frage ich auf englisch nach einer Restaurantempfehlung, der Barmann spricht ganz gut englisch und schickt mich in das "Ai Lumi", welches in der Nähe ist, meint aber auch, ich sollte zum Abendessen mal in die "Taverna Paradiso" zum Essen gehen - die sei zu Mittag geschlossen, es würde sich aber wirklich lohnen.

Im "Ai Lumi" esse ich einen Teller mit Gemüse-Antipasti und Fleischrouladen, Involtini, es handelte sich wohl um ein arabisches Rezept. Ich bin sehr glücklich im "Ai Lumi" und verbringe längere Zeit in dem dunklen, kühlen Restaurant, esse und trinke.

Nach dem schönen Essen hatte ich keine Energie mehr für Shopping, ich halte an einer Tankstelle, der Tankwart macht voll und ich fuhr zurück den Berg hinauf. Etwa auf halbem Weg nach oben, auf einer kurvigen, serpentinenartigen Straße, schaue ich in meinen Rückspiegel und sehe einen Mann in einem roten Sportwagen, der mir unmittelbar hinten auffährt. Wie gesagt, die Straße von Trapani nach Erice ist steil mit Haarnadelkurven und dieser Kerl ist wenige Zentimeter hinter mir. Er gestikuliert wild und macht Fratzen. Zuerst dachte ich, er würde mich verfolgen. Aber falsch! Er will nur an mir vorbei. Also fahre ich rechts in eine kleine Ausbuchtung und er zieht vorbei. Autofahren in Italien eben.

Zurück in meinem Hotel setze ich mich auf die Terrasse und lese etwas in einer Zeitschrift. Ich werde müde, nein, ich bin immer noch schlapp vom umfangreichen Mittagessen und dem Wein und ich lege mich etwas hin - und wache erst spät wieder auf, es ist schon fast 20 Uhr. Ich beschließe, auf das Abendessen zu verzichten, schnappe mir eine Flasche Rotwein und meine Kamera, gehe auf eine Anhöhe und schaue von dort aus hinunter auf das blaue Meer, sitze einfach nur da, trinke Wein und höre tief unten Hunde bellen. Es ist sehr schön, sehr friedlich und ich bin ganz allein und glücklich.

Die Sonne beginnt unterzugehen, ein toller Anblick, die Farben, die sich im Meer spiegeln, sind intensiv. Niemand kann mich sehen und ich habe eine wunderbare Aussicht. Von dem Mäuerchen, auf dem ich sitze, kann ich eine Straße sehen, auf der gerade eine Familie hinunterläuft, Mama, Papa und zwei kleine Jungs. Einer der kleinen Jungen weist Richtung Meer und schreit "Trapani!", läuft dann über die Straße und umarmt seinen Bruder. Auf meiner rechten Seite befindet sich ein kleiner Friedhof, ein alter Mann kommt aus dem Café gegenüber und geht eine Böschung hinab, wo er sich erleichtert. Als er zurückkommt, blickt er Richtung Friedhof und macht das Zeichen des Kreuzes. Ich frage mich, ob wohl seine Vorfahren dort begraben sind, ja vielleicht seine Frau? Ich bin glücklich, diese kleinen Episoden des Lebens beobachten zu dürfen.

Nun bekomme ich doch etwas Hunger, ich nehme eine Kleinigkeit zu mir im Restaurant an der Hauptstraße gegenüber der Bäckerei. Ich kann es jedoch nicht empfehlen. Die Portionen sind groß und werden lieblos serviert, das Essen schmeckt fad. Außerdem wird mir ein Tisch inmitten des Getümmels zugewiesen. Wenn ich alleine in ein Restaurant gehe, bevorzuge ich es, in einer Ecke oder am Rande des Speisesaales zu sitzen, von wo aus man beobachten kann. Ich verzichte auf Dessert und Kaffee und gehe müde zu Bett.

Am nächsten Morgen reise ich aus Erice ab, ich habe noch zwei Tage und zwei Nächte auf Sizilien vor mir, aber keinen Plan... Ich beschließe, in der Nähe des Flughafen von Palermo die letzte Nacht zu verbringen, von dort aus soll es dann noch auf einen kurzen Trip nach Venedig gehen.

Zunächst fahre ich nach San Vito Lo Capo, ein nettes Städtchen direkt am Meer mit schönem Strand. Mein Reiseführer behauptet, in dieser Ecke Siziliens gäbe es die schönsten Strände der Region und da es Ende September ist, ist es dort ziemlich ruhig. Zufällig steuere ich auf ein Juweliergeschäft zu und sehe ein schönes Armband, das mich interessiert. Ich betrete den Laden und im Inneren befindet sich ein großer Tisch, an dem drei junge Männer sitzen, auf dem Tisch liegt ein großer Stapel Schmuck - es sieht aus wie in einem Piratenfilm. Anscheinend störe ich und verlasse das Geschäft. Es war irgendwie sehr seltsam... Ich setze mich wieder in mein Auto und fahre auf der Küstenstraße nach Castellammare del Golfo und weiter zu einer kleinen Ortschaft. Der Strand sieht hier sehr einladend aus, ich wollte mich etwas ausruhen und bleibe fast den ganzen Nachmittag am Strand liegen. Es gefällt mir hier so gut, dass ich mich auf die Suche nach einem Hotel mache.

Im ersten Hotel sagt man mir, ich sollte in einer Stunde zurückkommen, es wäre gerade niemand da. Das zweite Hotel ist voll. Also gehe ich zum ersten Hotel zurück, wo mir gesagt wird, dass es erst am nächsten Tag freie Zimmer geben würde. Schade, denn ich mag das Städtchen, es ist so winzig, und jeder kennt jeden. Der Briefträger fährt einen Motorroller. Während ich jetzt da stehe und überlege, was ich tun sollte, kommt eine junge Frau, die ich im zweiten Hotel getroffen hatte, auf mich zu und bietet mir ein privates Zimmer in einer kleinen Pension an. Ich sehe es mir das Zimmer an und es gefällt mir sehr gut: der Raum hat sogar Meerblick und ist sehr sauber. Ich beziehe das Zimmer, dusche und ziehe frische Kleidung an. Jetzt wird es Zeit, etwas zu essen!

Zunächst gehe ich zu Fuß auf eine naheliegende Klippe, die auf das Meer hinausragt, es ist sehr schön dort, ruhig und ein wenig bewölkt, somit nicht zu heiß. Man spürt, dass das Ende des Sommers naht. Ich mache mich auf den Weg zu einem Restaurant um die Ecke bei meiner Pension. Ich saß draußen auf einer Terrasse, mit Blick aufs Meer. Das Lokal ist voller Touristen, amerikanische und deutsche, und sechs oder sieben Katzen warten auf milde Gaben. Der Kellner ist etwas überfordert, das Lokal bis auf den letzten Platz belegt, aber ich habe Zeit und bestelle eine Flasche Wein. Es ist angenehm warm, ich esse große Nudeln mit Venusmuscheln, einen Salat und trinke Wein, der ausgezeichnet schmeckt. Ich bin zufrieden!

Am nächsten Morgen brach mein letzter Urlaubstag auf Sizilien an. Ich habe nun vor, mir den Tempel sowie das Theater in Segesta anzusehen und dann irgendwo in der Nähe des Flughafens eine Unterkunft zu suchen.

In Segesta parke ich und schaue mir den Tempel an. Die Atmosphäre ist perfekt und ich mache tolle Fotos, das Areal ist fast menschenleer. Danach laufe ich den Berg hinauf zum Theater. Es ist ein anstrengender Weg und meine Füße schmerzen, und als ich oben ankomme, sehe ich, dass ich auch einen Shuttle-Bus hätte nehmen können! Die frühen Griechen mussten ja ziemlich fit gewesen sein. Oder haben sie sich von Sklaven hinauftragen lassen? Das Theater wurde leider gerade renoviert, leider konnte man es nicht betreten, aber ich kann trotzdem viel sehen. Vor allem die Aussicht von hier oben ist atemberaubend. Man meint, ganz Sizilien zu sehen!

Anschließend schlendere ich noch durch Segesta und esse eine ziemlich schlechte Pizza zu Mittag. Dafür war der Kellner war sehr nett und er lud mich zum Espresso ein. Für die Nacht finde ich ein großes, sehr modernes Hotel in der Nähe des Flughafens, das zudem einen Pool hat - perfekt. Mein Zimmer hat Acryl-Möbel und italienisches MTV - super!

Ich gehe an den Pool und versuche, meine Eindrücke über die Reise zusammenzufassen. Ich denke, es war eine gute Reise mit vielen Erlebnissen, die Tage waren meist schön, voller Musik, ich habe zwei neue Freunde und bin stolz, dass ich es allein geschafft habe. Und am nächsten Tag geht es noch nach Venedig für vier Tage, ich war noch nie dort und habe das Glück, bei Freunden zuhause eingeladen zu sein, echte Venezianer, die mir ihre Stadt zeigen wollen.

An meinem letzten Abend auf Sizilien esse ich im Restaurant des Hotels, das übrigens voll ist mit deutschen Touristen. Ich hatte eine anständige Mahlzeit und gehe danach an die Bar, neben der eine Combo mit Saxophon und Keyboard spielt. Sie ist ziemlich gut, spielen "How Deep Is Your Love" von den Bee Gees und solche Sachen. Der Saxophonist stolziert irgendwann auf mich zu und fragt "Magst Du Coltrane?". Das ist offensichtlich sein Standardspruch, aber in der Tat liebe ich Coltrane und wir unterhalten uns eine ganze Weile über Musik. Ich trinke einen italienischen Cocktail, der ist rot, bitter und stark und macht mich müde, also gehe ich auf mein Zimmer. Die Nachrichten bringen, dass es in Venedig Hochwasser gäbe, aber das ist mir egal, ich freue mich und schlafe glücklich ein.

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