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Die kleine toskanische Stadt San Gimignano mit ihren knapp 8.000 Einwohnern zählt zu den meistbesuchten Touristenzielen der ganzen Toskana, neben Siena, Pisa und Florenz. Die Stadt liegt im oberen Val d’Elsa und gehört zur Provinz Siena. Der mittelalterliche Stadtkern von San Gimignano wurde im Jahre 1990 ins UNESCO-Welterbe aufgenommen, das Wahrzeichen der Stadt sind die beeindruckenden Geschlechtertürme.

Geschichte von San Gimignano

Schon 200-300 vor unserer Zeitrechnung sollen sich Etrusker in San Gimignano angesiedelt haben, doch erst im 10. Jahrhundert wurde die Siedlung zur Stadt. Der Name der Stadt stammt vom Bischof von Modena, der der Sage nach die Stadt vor einem Angriff der Ostgoten geschützt haben soll.

Den Aufstieg zur Stadt verdankt San Gimignano der “Via Francigena” (Frankenstraße), die im Mittelalter der Hauptverkehrsweg in Italien war. Auf der “Via Francigena” zogen sowohl Pilger als auch Händler vom Norden Italiens nach Rom, San Gimignano wurde zur Marktstätte und wuchs beständig. Eine erste Stadtmauer wurde wohl am Beginn des 11. Jahrhunderts gebaut, deren Verlauf heute noch an den drei erhaltenen Stadttoren ersichtlich ist: die Porta Santo Stefano im Osten, der Arco della Cancelleria im Norden und der Arco dei Becci im Süden. San Gimignano stand schon seit 929 unter der Herrschaft der Bischöfe von Volterra, erst im Jahr 1199 gelangte die Stadt durch die von den Bewohnern gewählten Konsuln zu einer gewissen Eigenständigkeit. Doch die Kämpfe mit den Bischöfen um Besitzrechte dauerten bis ins 14. Jahrhundert an, auch gegen verschieden Nachbarorte kämpfte San Gimignano auf Seiten des papsttreuen Florenz.

Doch auch innerhalb der Stadt standen sich die kaisertreuen Ghibellinen (Waiblinger) und die papsttreuen Guelfen (Welfen) feindlich gegenüber, es kam zu blutigen Fehden zwischen den Familien der Ardinghelli  (Guelfen) und der Salvucci (Ghibellinen). Auch Dante Alighieri, der im Mai des Jahres 1300 als Vermittler nach San Gimgnano geschickt wurde, gelange es nicht, die verfeindeten Familien zu versöhnen. Eine kurze Blüte erlebte San Gimignano noch im 14. und 15. Jahrhundert durch den Anbau von Safran. Doch im späten Mittelalter verlor die “Via Francigena” an Bedeutung und die Stadt verarmte zusehends. Kunstepochen wie Renaissance und Barock spielten in San Gimignano so gut wir gar keine Rolle, und so ist die Zeit im ausgehenden Mittelalter stehengeblieben.

Sehenswürdigkeiten

Der historische Stadtkern von San Gimignano liegt auf einem Hügelrücken der Toskana und ist Anziehungspunkt für zehntausende Touristen jedes Jahr, die sich von der mittelalterlichen Atmosphäre in ihren Bann ziehen lassen. Wahrzeichen der Stadt und schon von weitem sichtbar sind die Geschlechtertürme, denen San Gimignano auch den Beinamen “mittelalterliches Manhattan” verdankt.

Diese Türme wurden im Mittelalter von verschiedenen Familien erbaut mit dem Ziel, den höchsten Turm zu erbauen und so seine Macht zu demonstrieren. Die Familien wohnten dann auch in den Türmen, ein nicht sehr luxuriöses Leben. Einst gab es in der Stadt 72 solcher Türme, heute sind noch 15 erhalten geblieben. Der Torre Grossa aus dem 13. Jahrhundert ist der einzige, den Besucher noch besichtigen und besteigen können. Von der Burgruine mit ihrem schönen Garten bietet sich ein schöner Ausblick auf die Hügellandschaft der Toskana.

Die reizvolle Piazza della Cisterna im Zentrum von San Gimignano wird von mittelalterlichen Palästen eingerahmt, in der Mitte befindet sich ein kleiner Brunnen. Hier empfiehlt es sich, in einem der Cafés oder Restaurants Platz zu nehmen, das lebhafte Treiben zu beobachten und die Atmosphäre zu genießen.

Antonella Caradonna
Antonella Caradonna
Produktmanagement Italien, "La Dottoressa".

Bereits als Studentin der Uni Pisa jobbte Antonella Caradonna während der Semesterferien in unserem Büro in Montaione. Sie kümmerte sich um die Kundenbetreuung vor Ort und lernte die Tourismus-Branche von ihrer praktischen Seite kennen: Was sind die Belange und Erwartungen von Urlaubern aus deutschsprachigen Ländern in Italien, was macht sie glücklich und was sorgt für Unmut?