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Die Loire entspringt im französischen Zentralmassiv und fließt nach über 1000 Kilometern bei Saint-Nazaire in den Atlantik. Zwischen den Städten Orléans und Angers liegen die meisten der über 400 Schlösser an der Loire, welche ab dem Mittelalter entlang des Flusstals errichtet wurden.

Die Ursprünge zahlreicher Schlösser gehen auf den Hundertjährigen Krieg zwischen 1337 und 1453 zurück, als England die Gebiete im Norden besetzt hielt und die Loire zeitweise die Grenzlinie zum französischen Kernland bildete. Zu dieser Zeit wurde der Ausbau von Festungen und Burgen entlang des Flusses massiv vorangetrieben, die nach dem Krieg jedoch häufig wieder aufgegeben wurden und verfielen. Während der Renaissance wurden vielerorts auf den alten Fundamenten neue Schlösser errichtet. Zu den herausragenden Schlössern an der Loire gehören Amboise, Blois, Chambord und Chenonceau.

Schloss Amboise

Das Schloss Amboise liegt bei der gleichnamigen Stadt hoch über dem Fluss auf einem Felsplateau und gilt als Wiege der französischen Renaissance. Als Karl VIII. von seinen Feldzügen in Italien zurückkam, ließ er das Schloss im Renaissance-Stil ausbauen. Anfang des 16. Jahrhunderts verbrachte Leonardo da Vinci seine letzten drei Lebensjahre im Herrenhaus unterhalb von Schloss Amboise. Heute gibt es in diesem Gebäude ein Museum, das Modelle und Fresken da Vincis zeigt.

Schloss Blois

Im 13. Jahrhundert wurde mit dem Bau des Schlosses Blois begonnen, das in mehreren Abschnitten errichtet wurde. Ausgedehnte Galerien und etliche Loggien zeugen vom Einfluss der italienischen Architektur. Das Schloss hat eine recht blutige Geschichte, hier wurde der Herzog von Guise auf Befehl von Heinrich III. ermordet. Unter König Ludwig XII., der in dem Schloss geboren wurde, war Blois einige Jahre alleiniger Herrschaftssitz und somit das politische Herz Frankreichs.

Schloss Chambord

Chambord ist das wohl bekannteste und eindrucksvollste Schloss an der Loire, mit dessen Bau im Jahr 1519 begonnen wurde. Rund 18.000 Arbeiter soll Franz I. für den Bau dieses prächtigen Schlosses mit 440 Zimmern, knapp 400 Kaminen und unzähligen Zinnen, Türmchen, Erkern und Schornsteinen beschäftig haben. König Franz I. wollte mit diesem Prachtbau über die wirtschaftlichen und politischen Misserfolge hinwegtäuschen, was zum zeitweiligen Ruin der höfischen Finanzen führte.

Im Schloss gibt es eine doppelte Wendeltreppe, die man auf zwei völlig getrennten Wegen hinaufgehen kann und deren Entwurf Leonardo da Vinci zugeschrieben wird. Der große Schlosspark wird von einer 32 km langen Mauer eingefasst, der längsten in ganz Frankreich. Sechs Einfahrtstore und nachfolgende Alleen führen zum Schloss Chambord, das auch “Salamanderschloss” genannt wird: das Wappentier von Karl I. ist im Schloss über 800 Mal zu finden. Im Jahre 1947 wurde Schloss Chambord vom französischen Staat übernommen und daraufhin mehrere Jahrzehnte restauriert.

Schloss Chenonceau

Chenonceau ist ein Wasserschloss und wurde auf einer Bogenbrücke über dem Cher, einem Nebenfluss der Loire, erbaut. Durch seine Eleganz und die außergewöhnliche Architektur und Lage ist Schloss Chenonceau nach Versailles das meistbesuchte Schloss in Frankreich. Eine Allee aus jahrhundertealten Platanen führt durch den großen Park zum Schloss, das König Heinrich II. einst seiner Geliebten Diane de Poitiers schenkte. Unter Katharina von Medici wurde auf der Bogenbrücke die dreistöckige Galerie erbaut, die als Bankettsaal genutzt wurde. Im Schloss sind heute kostbare Gemälde von Alten Meistern wie Tintoretto und Rubens ausgestellt.

Stefanie Jehle
Stefanie Jehle
Backoffice, Content-Management & Administration, "Voyage, Voyage".

Die im Jahr 1987 noch auf Vinyl erschienene Hit-Single der französischen Sängerin Desireless sagt so manches aus über das Wesen und die Präferenzen von Stefanie Jehle. Zunächst: Reisen ist ihre Passion. Dabei führt sie ihre spontane Neugierde auch an die entlegensten Orte dieser Welt. Ihre persönliche Lieblings-Destination ist jedoch Frankreich. Nicht nur deshalb, weil Stefanie so gut französisch spricht (ihr Englisch und Italienisch sind allerdings nur unwesentlich schlechter), es ist einfach die Lebensart unserer westlichen Nachbarn, die ihr so gut gefällt.