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Das Hotel Berghofer in Südtirol

Alpine Gemütlichkeit vereint mit mediterranem Flair. Knödel auf der Berghütte oder Spaghetti in der Trattoria mitten in Bozen oder Meran, begleitet von einem kräftigen Lagrein oder einem Gewürztraminer mit Charakter. Südtirol – kleines Land, großer Genuss!

Wie unserer Firmenphilosophie zu entnehmen ist, lieben wir das Land Italien auch wegen dieser Fülle an lukullischen Erlebnissen. Gäbe es einen Oskar für Genuss –  Italien hätte hier sicherlich ein Dauer-Abonnement. Die Verschmelzung von alpenländischer Tradition und südländischer Finesse ist gerade in Südtirol aus kulinarischer Sicht eine wahre Liebesheirat! Welch Glück also, dass wir unseren Firmensitz in Süddeutschland haben und uns nur wenige Stunden Autofahrt von dieser herrlich gastfreundlichen Region trennen.

So haben wir mal wieder ganz spontan entschieden, uns übers Wochenende verwöhnen zu lassen und unserer charmanten Freundin Renate Ortner, Direktorin eines unserer Lieblingshotels, dem “Berghofer” in Radein, einen Besuch abzustatten. Der Empfang ist herzlich, wie immer, und schnell finden wir uns bei einem “Veneziano” auf der Terrasse mit traumhaftem Ausblick auf die grandiose Berglandschaft wieder. Die Sonne scheint und Renate kredenzt uns kleine Häppchen, Speck und würzigen Käse – ein kleiner Vorgeschmack auf das freudig erwartete Abendessen, das wieder mal vom Feinsten ist. Traditionelle Küche mit stark italienischem Einfluss, da kann ja nichts schief gehen. Die Küche des Hauses wurde übrigens erst letztes Jahr vom Starkritiker Wolfram Siebeck hochgelobt – wenn das mal kein Ritterschlag ist! Mit zufriedener und wohlig warmer Seele (woran der köstliche Spätburgunder von Gottardi sicher nicht ganz unschuldig ist) fallen wir ins gestärkte Federbett und freuen uns auf den nächsten Tag.

Wandern ist heute angesagt, auf die Isi-Hütte – wir sind ja nicht zum Spaß da! Renate versorgt uns noch mit Wasser sowie Tourentipps und los geht’s. Die Natur in dieser Höhe ist noch in frühlingshafter Blüte, saftig grüne Wiesen, geschmückt mit Enzian, Hahnenfuß und ganzen Teppichen von Margheriten. Wir füllen unsere Lungen mit der frischen, klaren Luft und uns überkommt ein Gefühl – zum Bäume ausreißen! Dann mal los, kraftvoll starten wir unseren Marsch. Mit einem großzügigen Umweg über den Gipfel des Weißhorn erreichen wir unser Ziel.

Isi, die junge Almwirtin, erwartet uns bereits. Mit ihren blonden Zöpfen, ihrem offenen Lachen auf dem frischen Gesicht, neben sich Philip, den feschen, blutjungen Almwirt in strammen Lederhosen, bietet sich uns ein Bild romantischer Bergidylle, das alten Ganghofer-Romanen zu entspringen scheint. Alles echt, wie auch der herrlich duftende Apfelstrudel, der nach einem zweiten Stück verlangt. Natürlich müssen wir unbedingt noch die frischen Speckknödel kosten – wir haben’s uns schließlich verdient…

Isi erzählt uns ihre Geschichte: Wie es Tradition ist, fiel der elterliche Besitz an den Bruder. Ihr Traum war jedoch eine eigene Alm und aller Widerstände zum Trotz blieb sie bei ihrer Vision. Wie wir hier sehen können, weiß sie, was sie will – bis ins Detail wirkt alles authentisch, dabei doch frisch und mit viel Liebe gemacht. Nächstes Jahr soll auch die kleine Kapelle restauriert werden, damit ihr Heim auch weiterhin vom spürbar guten Geist beseelt ist. Wir zumindest sind es schon durch und durch. Die wohlige Atmosphäre ist definitiv ansteckend!

Am Abend sind wir von Zeno Bampi eingeladen, einem bekannten Südtiroler Architekt und Hausherr des “Berghofer”. Schon wieder Essen – das klingt ja fast schon anstrengend… Wir treffen uns in Neumarkt, unten im Tal, die Luft ist sommerlich warm, es riecht nach Süden und Italien. Schon beim Anblick des Restaurants unter den Arkaden sind wir entzückt. Kleine Tische in gekonntem Stilmix herrlich eingedeckt. Wieder ein Volltreffer, kein Wunder, dass Mario Adorf bei jeder seiner Fahrten nach Italien hier einen Pflichtstopp einlegt. Enzo, der Wirt der “Enoteca Johnson & Dipoli” ist ein Original und Gastgeber par excellence. Einmalig, wie er mit geübter Lässigkeit den Wein kredenzt. Die Auswahl trifft er, schließlich kennt er sich aus. Ebenso überlassen wir ihm die Wahl des Menüs, der Blick auf die Teller der Nachbartische sagt uns, dass der Koch sein Handwerk versteht.

Zeno Bampi, ein echter Patriot und Botschafter seiner Heimat, parliert und erzählt amüsante Anekdoten, wir hören Geschichten und Geschichte. Er weiß, was sein Land so besonders macht und er kann mit seinem Enthusiasmus anstecken. Wären wir nicht schon längst begeistert von so viel Liebreiz und Originalität, spätestens jetzt lautete unser Urteil: wir verleihen einen Ehren-Oskar an Südtirol, einem Land für bekennende Genießer (und die, die es spätestens jetzt noch werden wollen)!

Anja Fischer
Anja Fischer
Kennt fast alle Zielgebiete wie ihre Westentasche und hat fast alle Ferienhäuser und Hotels persönlich inspiziert.

Anja Fischer liebt Genuss und das Ausleben schöner Momente, im Hier und Jetzt. Das geht einher mit einer zelebrierten Leidenschaft fürs Kochen. Das hat sie von ihrem Vater. Und sie kann es tatsächlich: ungezügelt genießen und dabei kein Gramm zunehmen. Das sind die Gene der Mutter. Oder ist es diese immerwährende Energie, welche die diplomierte Betriebswirtin in einer beneidenswerten Form hält? Ihre unstillbare Neugierde auf Menschen, Länder und authentische Erfahrungen? Anja ist ein Multi-Tasking-Individuum.