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Viermal täglich pendelt der historische Pinienzapfen-Zug “Train des Pignes” auf einer spektakulären Strecke zwischen Nizza an der Côte d’Azur und Digne-les-Bains in der Haute-Provence, der dieselbetriebene Schienenbus benötigt für die 150 km lange Strecke gute drei Stunden.

Geschichte des “Train des Pignes”

Erstmals komplett eröffnet wurde die Bahnstrecke im Jahre 1911 nach über 20 Jahren Bauzeit, so feierte sie im Jahr 2011 ihren 100. Geburtstag. Damals dauerte die Fahrt mit der Bahn noch fünf Stunden und die Dampfloks wurden der Überlieferung nach mit Pinienzapfen statt mit Kohle beheizt – so soll die Bahn zu ihrem Namen gekommen sein. Eine andere Theorie für die Namensgebung ist, dass die Fahrgäste früher während der Fahrt Pinienzapfen pflücken konnten, so langsam kam der Zug voran.

Ursprünglich gab es vier solche Schmalspurbahnstrecken in der Region, neben der heute noch befahrenen Strecke Nizza – Digne-les-Bains gab es noch die Verbindungen Nizza – Meyrargues, Cogolin – Saint-Tropez sowie Saint-Raphaël – Toulon. Trotz seines Alters erfreut sich der Pinienzapfen-Zug großer Beliebtheit, neben Pendlern und Schülern zieht die Panoramastrecke auch sehr viele Touristen an.

Jährlich zählt der Zug etwa 500.000 Fahrgäste, und die Tendenz ist steigend – kein Wunder, zählt die malerische Strecke durch eine Bilderbuchlandschaft doch zu den schönsten Eisenbahnrouten Frankreichs.

Digne-les Bains

Die Reise mit dem Pinienzapfen-Zug startet in der 600 m hoch gelegenen Kurstadt Digne-les-Bains. In diesem Ort kann man vor dem Start noch eine Reise in die frühe Erdgeschichte unternehmen: Zu Beginn der 1980er Jahre wurde im Zuge von Straßenbauarbeiten unweit der Stadt das größte Ammonitenfeld Europas entdeckt. Auf der rund 350 Quadratmeter großen Platte können interessierte Besucher etwa 1500 Versteinerungen bestaunen, die über 200 Millionen Jahre alt sind. Das “Musée Promenade” wurde nach der Entdeckung des Ammonitenfelds eingerichtet und veranschaulicht die frühe Erdgeschichte.

Technische Meisterleistungen im Verdon-Tal

Mit lautem Hupen fährt der blaue Triebwagen aus dem Bahnhof und macht sich auf die Reise durch die Pinienwälder, um nach 50 Haltepunkten die Stadt Nizza zu erreichen. Von Digne aus schlängelt sich die Bahnstrecke an der Nationalstraße 85, der “Route Napoleon”, entlang durch das Verdon-Tal bis nach Thorame-Haute. Dieses Teilstück gilt als Meisterleistung der Ingenieurskunst, die Fahrt geht über 15 Eisenviadukte, 16 steinerne Brücken und durch 25 Tunnel. Der mit 3,4 km längste Tunnel befindet sich bei Thorame-Haute auf 1022 Metern über dem Meeresspiegel und ist damit auch der höchste Punkt der Bahnstrecke. Ebenfalls ein technisches Meisterwerk ist die Kehre von Le Fugeret, in der sich die Gleise in einer eindrucksvollen Schleife am Berg entlang winden und sich dabei um über 180 Grad drehen. Hier schlägt das Herz jedes Eisenbahnfreundes höher!

Entrevaux

Nach knapp 2 Stunden erreicht der Pinienzapfenzug den Bahnhof des mittelalterlichen Dorfes Entrevaux, dessen Festungsmauern unter dem bekannten Baumeister Vauban errichtet wurden. Auf einem Felsvorsprung oberhalb des Dorfes liegt die Zitadelle, die man auf einem steilen und stark befestigten Weg erreicht. In Entrevaux füllt sich der Zug mit Ausflüglern, die mit dem Frühzug aus Nizza gekommen sind, um durch die engen Gässchen zu bummeln, und sich nun wieder auf den Rückweg machen.

Nizza

Nach ein paar weiteren Stationen gelangt der Zug ins ruhige Städtchen Puget-Théniers; von hier fährt sonntags der historische “Train des Pignes” mit holzgetäfelten Waggons und Dampflok bis nach Annot. Bis Nizza sind es nun noch 65 kurvenreiche Kilometer entlang dem schluchtähnlichen Tal des Flusses Var und nach knapp dreieinhalb Stunden endet die idyllische Fahrt in Nizza am Bahnhof “Nice-CP”.

Andrea Wohllaib
Andrea Wohllaib
Unsere Expertin für Italien, Griechenland und Kroatien, "Biturbo".

Andrea Wohllaibs auffälligstes Merkmal im Arbeitsalltag ist ihre Abwesenheit: Wenn sie nicht da ist, türmen sich überall Stapel an zu erledigender Arbeit. Andrea ist berüchtigt für ihre Effizienz, die - einem Turbolader beim Verbrennungsmotor ähnlich - ab einer bestimmten Drehzahl einsetzt und dann ordentlich für Druck sorgt.