Turin – Hauptstadt des Piemont

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Turin, die Hauptstadt des Piemont

Das Piemont ist ein Paradies für Schlemmer und Genießer! Kaum ein Landstrich weckt so viele Assoziationen zu leiblichen Genüssen wie diese norditalienische Region. Das Piemont umfasst ein überraschend großes Gebiet, welches vom Lago Maggiore bis zu den Westalpen reicht, im Süden grenzt die Region Ligurien an das Piemont, ist Osten ist es die Lombardei. Neben der Hauptstadt Turin sind vor allem der Lago Maggiore und die Umgebung des Städtchens Alba beliebte Ziele für Touristen und Urlauber.

Turin ist nicht nur der Hauptsitz des mächtigsten italienischen Industriekonzerns, der Fiat-Gruppe, sondern auch bekannt für seinen erfolgreichen Fußball Club “Juventus Turin” und war Austragungsort der Winterolympiade im Jahr 2006. Darüber hinaus hat Turin eines der schönsten barocken Stadtzentren Europas und ist als Reiseziel ein echter Geheimtipp. Die unweit von Turin sich hoch auftürmenden Alpen sind dabei die ideale Kulisse für diese städtebauliche Meisterleistung.

Die Siedlung Turin wurde einst um die Zeitenwende als römisches Feldlager gegründet und war nach der Einigung Italiens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für einige Jahre die Hauptstadt des neuen Landes. Die italienische Dynastie der Savoyer, die einige sehr mittelmäßige gekrönte Häupter hervorbrachte, stammt ebenfalls aus der Umgebung von Turin. Alle 25 Jahre pilgern außerdem unzählige Gläubige in die Stadt, um das angebliche Leichentuch des christlichen Erlösers zu bestaunen, welches im Turiner Dom sorgsam unter Verschluss gehalten wird und in jedem Jahrhundert nur vier Mal ausgestellt wird. Jetzt ist noch etwas Geduld gefragt, erst im Jahr 2025 ist es wieder soweit.

Die im Schachbrettmuster gebaute Stadt ist freilich auch ein Eldorado für modebewusste  Flaneure, unter den barocken Arkaden der Altstadt reiht sich eine elegante Boutique an die nächste. Daneben gibt es natürlich zahlreiche Delikatessengeschäfte sowie die berühmten Turiner Kaffeehäuser, eines schöner als das andere. Zu den historischen Cafés werden 13 Etablissements gezählt, alle mit originalem Mobiliar aus dem 18. und 19. Jahrhundert – prächtige Wandspiegel, Kristalllüster, verzierte Balustraden sowie mit rotem Samt überzogene Polsterstühle bestimmen das Bild. Der Kaffee stammt meist aus der eigenen Rösterei, in manchen Cafés werden feine, kleine Häppchen gereicht, andere funktionieren fast wie Restaurants. Einzigartig ist das Erlebnis, ein Turiner Kaffeehaus zur Aperitif-Stunde aufzusuchen. Die dargebotene Vielfalt an kulinarischen Leckereien ist beeindruckend, die Tische biegen sich fast ob der Größe des Angebotes. Zurückhaltung ist angesagt, sofern man noch gedenkt, später ein Restaurant aufzusuchen, denn satt essen könnte man sich hier allemal.

In einem kleinen, unscheinbaren Geschäft an der Piazza Castello wurde im Jahre 1786 ein Getränk kreiert, welches bis heute zu den erfolgreichsten Alkoholika weltweit zählt. Ein gewisser Antonio Benedetto Carpano aromatisierte einfachen Wein mit einem  Aufguss aus Kräutern und Gewürzen – dies war die Geburtsstunde der Vermouth-Marke “Punt e Mes“. Wie wir heute wissen, gab es schnell viele Nachahmer, die bekanntesten sind “Martini” und “Cinzano”.

Jörg Fischer
Jörg Fischer
Leitung Produktmanagement, "Let it Roll".

Jörg kennt fast alle Zielgebiete wie seine Westentasche und hat fast alle Ferienhäuser und Hotels persönlich inspiziert.

Manche Dinge ändern sich, andere nicht. Für Jörg galt schon immer: Vorliebe für gutes Essen und sehr gute Weine, für komfortables Reisen sowie eine echte Abneigung gegen sportliche Betätigung. Dinge die sich ändern: So manches Hobby - erst unlängst musste die geliebte "Ducati Sportclassic" einer kleinen Sammlung an amerikanischen Gibson- und Fender-Gitarren weichen.