Urlaub auf Sizilien – Ein Reisebericht von Ralph Schmidt

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Urlaub auf Sizilien

Ein Reisebericht von Ralph Schmidt

Sizilien ist mit seinem unglaublichen kulturellen Reichtum und seiner einzigartigen landschaftlichen Schönheit eine der reizvollsten Regionen Italiens. Als echter Gourmet und wahrer Botschafter von Gaumenfreuden und Geschmacksempfindungen haben meine Frau und ich aber noch ganz andere Motive, die größte Insel des Mittelmeeres vor dem südlichen Zipfel Italiens näher kennen zu lernen.

Als Weinkenner und Besitzer der Weinhandlung Drexler im schönen Freiburg haben wir nicht nur eine intensive Beziehung zu den Traubensäften dieser wunderschönen Insel, sondern pflegen auch gleichzeitig eine tiefe freundschaftliche Verbundenheit zur Familie Fischer, die wir seit Jahren kennen. So haben wir durch “Siglinde Fischer” schon so manches Fleckchen dieser Erde entdecken dürfen und waren und sind immer wieder begeistert. Diesmal führt uns die Reise nach Sizilien. Mit dem Flieger geht es nach Palermo, wo wir uns auch gleich ins Getümmel stürzen. Unzählige Monumente und meisterliche Bauwerke der Hauptstadt Siziliens sind zum größten Teil bis heute erhalten geblieben. Meine Frau ist kulturell sehr bewandert und zieht mich begeistert von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten: die Kathedrale von Palermo, die San Giovanni degli Eremiti, der Normannenpalast und das Teatro Massimo. Als sie mit mir noch zum Monte Pellegrino im dortigen Naturschutzgebiet wandern möchte, da streike ich dann doch.

Denn ich habe ein ganz anderes Ziel vor Augen – nämlich den Lebensmittelmarkt Mercato Ballarò. Der Duft frischer Kräuter, Früchte und Brote kommt uns entgegen, die Vielzahl der Gemüse- und Obstsorten ist ein wahrer Augenschmaus. Hier fühle ich mich gleich so richtig heimisch und koste an den vielen kleinen Ständen die köstlichen Weine Siziliens (Inzolia, Nerrello Mascalese und Nero d’Avola heißen einige berühmten Traubensorte) und hervorragenden Käse sowie andere Leckereien. Beim Gedanken daran läuft mir jetzt noch das Wasser im Mund zusammen.

Eines der spektakulärsten Ziele unserer Reise ist das Gebiet um Ragusa, Modica und Noto. Der Stadtkern von Ragusa besteht aus zwei Teilen, die durch eine Schlucht getrennt sind. Im Osten liegt an der Stelle der alten Stadt die Unterstadt Ragusa Ibla mit prächtigen Bauten im Stil des sizilianischen Barocks aus dem 18. Jahrhundert. Hier besichtigen wir die älteste Brücke, die Ponte di Cappuccini, welche die beiden Stadtteile miteinander verbindet. Sie ist 114 m lang und führt in 40 m Höhe über einen alten Steinbruch. In Modica erwartet uns ein besonderes Highlight, bei dem ich mal wieder voll auf meine Kosten komme: Hier besuchen wir eine der Schokoladen-Manufakturen und kosten die nach aztekischem Rezept hergestellte Süßigkeit, die optisch eher einer Schiefertafel denn einer Schokolade ähnelt. Diese bietet ein überraschendes Geschmackserlebnis und einen reinen, intensiv ausgeprägten Kakaogeschmack, der seinesgleichen sucht. Er entsteht vor allem dadurch, dass erst die Kakaobohnen zu einer groben Masse vermahlen werden, bevor man diese schmilzt und mit Kristallzucker durchmischt. Besonders geschmackvoll ist auch der Schokoladenlikör. Enthalten sind nur 0,2 cl Likör, der aber hat es in sich und bietet neben 17% Alkohol ein schönes, samtiges Schokoladenaroma.

Sie sehen schon, ich bin halt doch mehr dem leiblichen Wohl angetan als kulturellen Erlebnissen… So zieht es mich auch am gleichen Abend in die Gourmet-Küche des erstklassigen Sternekochs Pino Cuttaia. Was der Küchenchef uns an diesem Abend serviert hat, erzähle ich ihnen lieber nicht. Schauen Sie doch mal auf die Webseite des “Ristorante La Madia” – da wird Ihnen garantiert das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Was bei einer Sizilien-Reise nun wirklich nicht fehlen darf, ist die Besichtigung des Ätna. Hier haben wir das Praktische mit dem Köstlichen verbunden und uns auf der Terrasse unserer Freunden aus der Schweiz, Franz und Zora, die in Trecastagni ein hübsches B&B namens “Palmento La Rosa” betreiben, ein mehrgängiges Dinner mit direktem Blick auf den monströsen Berg gegönnt. Franz ist ein übrigens ein Meisterkoch! Die Besteigung des Ätna wäre mir im wahrsten Sinne des Wortes einfach zu heiß gewesen. Da genieße ich ihn doch lieber von unten. P.S. Nicht dass Sie glauben, dass ich immer nur ans Essen & Trinken denke. Nein, nein, ich habe nur mein Hobby zum Beruf gemacht. Und da muss ich mich einfach auch im Urlaub austoben. Ist doch klar, oder? Besuchen sie doch meinen Online-Weinhandel im Internet unter www.weinhandlung-drexler.de.

Antonella Caradonna
Antonella Caradonna
Produktmanagement Italien, "La Dottoressa".

Bereits als Studentin der Uni Pisa jobbte Antonella Caradonna während der Semesterferien in unserem Büro in Montaione. Sie kümmerte sich um die Kundenbetreuung vor Ort und lernte die Tourismus-Branche von ihrer praktischen Seite kennen: Was sind die Belange und Erwartungen von Urlaubern aus deutschsprachigen Ländern in Italien, was macht sie glücklich und was sorgt für Unmut?