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Die Cinque Terre sind eine einzigartige Symbiose zwischen Natur und Kultur, ein Landstrich, in dem Meer und Land verschmelzen: 18 Kilometer Felsküste, reich an Buchten und Stränden, überragt von Bergketten, die parallel zur Küste verlaufen, landwirtschaftlich erschlossen durch steile Terrassen mit Weinreben und Olivenbäumen, befestigt durch uralte Trockenmauern. Hier befinden sich wunderbare Wanderwege und Pfade mit atemberaubendem Panoramablick – und natürlich fünf Ortschaften auf Logenplätzen am Meer: Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza, Monterosso.

“Wer nicht in Vernazza war, hat die Cinque Terre nicht gesehen!” – dieser Meinung eines Bekannten kann sich der Autor nur anschließen. Vernazza ist eines der fünf Fischerdörfer der Cinque Terre, den “5 kleinen Kontinenten” (da die Orte früher von der Außenwelt fast komplett abgeschnitten waren). Ein malerisches, ja fast schon kitschiges Bilderbuch-Örtchen, alles Leben spielt sich am kleinen Hafen und an der Hauptstraße ab. Dazwischen gibt es verwinkelte Gassen, verzierte Portale, reizvolle Torbögen, farbige Hauswände, eine Piazza am Meer, eine Kirche direkt am Hafen – eben alles, was man in solch einem verträumten Örtchen erwartet.

Über Wanderwege die Küste entlang

Die pittoresken Dörfer Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore sind am besten per Bahn oder Schiff zu erreichen. Durch ihre exponierte Lage und die schlechte Erreichbarkeit ist der Autoverkehr relativ gering, es finden sich keine verunstaltenden Neubauten und die Orte sind über herrliche Wanderwege entlang der Steilküste miteinander verbunden für die man zu Fuß zwischen einer halben und 2,5 Stunden benötigt. Man sollte unbedingt den Wanderklassiker von Monterosso nach Riomaggiore (den Sentiero Nr. 2) entlang spazieren, den der Autor selbst bereits ausprobiert hat und wärmstens empfehlen kann.

Auf dieser Strecke trifft man auf alle Nationalitäten und der Blick auf die Füße der Menschen verrät den Ernst ihres Unterfangens: es ist alles möglich, von Wanderschuhen fürs Hochgebirge bis hin zu Flip Flops oder Ballerinas. Entlang der Weinberge am Rande von Monterosso geht es über Stufen den Hang hinauf – von hier aus genießt man eine überwältigende Aussicht auf die üppig blühende Vegetation, die zwischen den Felsen zum Vorschein kommt, sowie auf das tiefblaue Meer. Aufgrund des milden Klimas gedeihen Zitronenbäume, Olivenhaine, Agaven sowie verschiedene Palmensorten.

Die Steilküste bestimmt Landschaft und Leben

Wie Vogelnester schmiegen sich die farbenfrohen Wohnhäuser, Kirchen, Kapellen und Burgen an die Felsen. Entlang der Wanderwege begegnet man immer wieder Weinbergen, die vor Jahrhunderten mit viel Aufwand terrassenförmig angelegt wurden, um sie für den Weinanbau nutzbar zu machen. Noch heute ist es mühsam, dieses Gelände zu bewirtschaften. Immer wieder müssen die Terrassen mit Natursteinen ausgebessert werden, was nur manuell funktioniert und viel Kraft und Geschick erfordert. Der bekannteste Wein der Region ist der Sciacchetrà, ein hochwertiger Dessertwein.

Der Sentiero Nr. 2 führt bergauf und bergab nach Vernazza – dem Bilderbuch-Örtchen – und von dort aus nach Corniglia. In Corniglia angelangt, geht es über einige Stufen zum Bahnhof des Dorfes hinunter und anschließend weiter nach Manarola. Hier beginnt der bekannteste Teilabschnitt der Strecke und die vielleicht größte Attraktion unter den Wanderwegen: die “Via dell’Amore”, welche die Dörfer Riomaggiore und Manarola entlang der Küste miteinander verbindet.

Neben dem Wandern ist auch die Erkundung der Ortschaften vom Meer aus besonders empfehlenswert. Zwischen Levanto und Portovenere verkehrt regelmäßig ein Passagierboot, welches alle Orte der Cinque Terre anfährt; mit einem Tagesticket kann man beliebig ein- und aussteigen.

Anja Fischer
Anja Fischer
Kennt fast alle Zielgebiete wie ihre Westentasche und hat fast alle Ferienhäuser und Hotels persönlich inspiziert.

Anja Fischer liebt Genuss und das Ausleben schöner Momente, im Hier und Jetzt. Das geht einher mit einer zelebrierten Leidenschaft fürs Kochen. Das hat sie von ihrem Vater. Und sie kann es tatsächlich: ungezügelt genießen und dabei kein Gramm zunehmen. Das sind die Gene der Mutter. Oder ist es diese immerwährende Energie, welche die diplomierte Betriebswirtin in einer beneidenswerten Form hält? Ihre unstillbare Neugierde auf Menschen, Länder und authentische Erfahrungen? Anja ist ein Multi-Tasking-Individuum.