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Es steht auf jeder Flasche, welche die eigene Kellerei verlässt: “Marchesi Antinori”, seit 26 Generationen ununterbrochen als Winzer tätig. Das sind immerhin etwa 700 Jahre – eine durchaus beachtliche Familiengeschichte. Etwas einschränkend muss man jedoch sagen, dass 24 dieser 26 Generationen wohl vorwiegend nach größtmöglicher Produktion an vergorenem Traubenmost strebten. Das Kriterium Qualität war eher zweitrangig.

Das Weinhaus Marchesi Antinori

Doch da waren die Antinoris kein Einzelfall, vielmehr spiegelt das die Realität des italienischen Weinbaus bis in die 1970er Jahre wider. Natürlich gab es rühmliche Ausnahmen und auch die Familie Antinori produzierte den ein oder anderen ordentlichen Wein. Der wahrhaftige Wandel setzte jedoch erst 1971 mit der ersten Auflage des “Tignanello” ein – damals hieß der Wein “Chianti Classico Riserva Vigneto Tignanello”.

Im Jahr 1978 folgte der “Solaia” und von nun an setzte man, neben der Hauptsorte Sangiovese, auch auf internationale Traubensorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot. Das kam in den 70er Jahren einer Revolution im Weinberg gleich und hatte Auswirkungen auf die Identität der toskanischen und nicht zuletzt der gesamten italienischen Weinbranche.

Heute umfasst das Imperium der Antinoris ein umfassendes Geflecht aus Weingütern, im In- und Ausland: Kalifornien, Chile und Ungarn gehören ebenso dazu wie Apulien, Umbrien, Piemont und die Lombardei.

Das derzeitige Familienoberhaupt ist Piero Antinori, jedoch treten gerade seine drei Töchter Albiera, Allegria und Alessia in seine Fußstapfen und haben verantwortliche Positionen im Familienbetrieb übernommen. Und das Unternehmen wächst und wächst.

Der berühmte Star-Önologe Renzo Cotarella, der Erfinder des “Tignanello” und seit 30 Jahren für die Familie Antinori tätig ist, bildet dabei den Brückenschlag zwischen den Generationen.

Die Philosophie der Antinoris

Zunächst einmal spielt Tradition eine wichtige Rolle, ohne dass diese den innovativen Geist der Familie hemmt. Zum zweiten der Glaube an die Einzigartigkeit des Terroirs jeder einzelnen Weinregion, jedes einzelnen Weingutes. Deshalb arbeiten die Antinori-Weingüter völlig unabhängig voneinander.

Das Unternehmen “Marchesi Antinori” produziert nicht die größte Menge an abgefüllten Flaschen pro Jahr, ist jedoch mit Abstand das umsatzstärkste Weinunternehmen Italiens. Sprich, man setzt vielmehr auf Qualität denn auf Masse. Dazu passt das persönliche Motto Piero Antinoris, welches besagt: “Besessen von Qualität, Passion, Geduld, Beharrlichkeit und Produktion”.

Jörg Fischer
Jörg Fischer
Leitung Produktmanagement, "Let it Roll".

Jörg kennt fast alle Zielgebiete wie seine Westentasche und hat fast alle Ferienhäuser und Hotels persönlich inspiziert.

Manche Dinge ändern sich, andere nicht. Für Jörg galt schon immer: Vorliebe für gutes Essen und sehr gute Weine, für komfortables Reisen sowie eine echte Abneigung gegen sportliche Betätigung. Dinge die sich ändern: So manches Hobby - erst unlängst musste die geliebte "Ducati Sportclassic" einer kleinen Sammlung an amerikanischen Gibson- und Fender-Gitarren weichen.