Canelli: Ein “Must” für Gourmands und Gourmets

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Wer neben der schönen Aussicht über die Hügellandschaft des Piemont, auch den Gaumen verwöhnen will, muss ein Abstecher nach Canelli machen. Die “Hauptstadt des Sektes”, wie die Städtchen genannt wird, hat viel zu bieten.

Es ist ein milder Abend im Oktober, wir weilen im Städtchen Canelli im Piemont, unweit von Asti und Alba. Canelli ist ein wohlhabender Ort, man merkt das an den gepflegten Geschäften im herausgeputzten Zentrum, auf den umliegenden Hügeln liegen mondäne Villen mit Swimmingpools. Diesen Reichtum verdankt Canelli einer mittelständischen Industrie, welche sich auf Technologie zur Weinbereitung spezialisiert hat und ihre Produkte in die ganze Welt exportiert.

Agriturismo I Tre Poggi bei Canelli

Canelli ist jedoch auch UNESCO Weltkulturerbe, dank einem imposanten, nie endenden Tunnelgeflecht an Weinkellereien, in welchen hochwertige Schaumweine nach dem Champagner-Verfahren produziert werden. Die berühmtesten Kellereien sind Contratto, Coppo, Gancia und Bosca.

Das Weingut Bosca

Beim zuletzt genannten Weingut, Bosca, haben wir eben eine beeindruckende, multimedial aufgehübschte Führung durch deren unterirdische Kellerei erleben dürfen. Das hat uns wirklich sehr gut gefallen und auch beeindruckt! Es ist höchst interessant zu sehen, welchen Aufwand ein Winzer betreiben muss, um einen Sekt mit Flaschengärung (das Champagner-Verfahren) herzustellen. Und Signor Luigi, der seit 40 Jahren bei Bosca arbeitet, zeigt uns gekonnt, wie schnell und geschickt man beim sogenannten Rütteln der Flaschen werden kann.

Das Ristorante San Marco

Nach einer ausgedehnten Weinprobe gehen wir zu Fuß in das nahegelegene “Ristorante San Marco”, zweifellos die beste Adresse vor Ort. Das „San Marco“ hat seit dem Jahr 1990 ohne Unterbrechung einen Michelin-Stern. Geführt wird es von einem Ehepaar, Piercarlo Ferrero und Mariuccia Roggero. Mariuccia ist Küchenchefin, Piercarlo kümmert sich um die Gäste.

Auf den Tisch kommen ausschließlich piemontesische Spezialitäten, mit allerfeinsten Zutaten bereitet. Selbstverständlich ist das Ambiente elegant und gepflegt, der Service überdurchschnittlich.

Was jedoch wirklich sprachlos macht, ist der Blick auf die Speisekarte. Da gibt es ein 3-Gänge-Einsteiger Menü für 25 Euro, ein Spezialitätenmenü mit 5 Gängen für 45 € und das große Degustations-Menü mit 7 Gängen für sagenhafte 55 €. Unglaublich, finden wir. Nicht umsonst wird das „San Marco“ von der Mailänder Tageszeitung “Corriere della Sera” unter der Rubrik “Die 15 günstigsten Michelin-Stern-Restaurants der Welt” gelistet.

Die Weinkarte ist selbstverständlich sehr umfangreich, piemontesische Etiketten, wen wundert’s, überwiegen. Auch hier ist das Preis-Genuss-Verhältnis sehr gut. Übrigens ist Piercarlo ein passionierter Trüffelsucher, ergo gibt es im San Carlo während der Herbstmonate erstklassigen weißen Piemont Trüffel!

Eine unbedingte Empfehlung! Reservierungen unter www.sanmarcoristorante.net

Jörg Fischer
Jörg Fischer
Leitung Produktmanagement, "Let it Roll".

Jörg kennt fast alle Zielgebiete wie seine Westentasche und hat fast alle Ferienhäuser und Hotels persönlich inspiziert.

Manche Dinge ändern sich, andere nicht. Für Jörg galt schon immer: Vorliebe für gutes Essen und sehr gute Weine, für komfortables Reisen sowie eine echte Abneigung gegen sportliche Betätigung. Dinge die sich ändern: So manches Hobby - erst unlängst musste die geliebte "Ducati Sportclassic" einer kleinen Sammlung an amerikanischen Gibson- und Fender-Gitarren weichen.