Weintipp: Chianti Classico – Ein Rotwein für alle Gelegenheiten
4. April 2017
weinregion_toscana
Die Weinregion Toskana
2. Mai 2017
palio_siena

Zweimal jährlich, am 2. Juli und am 16. August, findet in Siena das Pferderennen “Palio di Siena” statt, das als eines der weltweit härtesten Pferderennen gilt. Die Bezeichnung “Palio” stammt vom lateinischen Wort Pallium, was Umhang oder Tuch bedeutet. Später wurde das Wort Palio um die Bedeutung von Fahne oder Standarte erweitert. Im Italienischen wird das Wort Palio allgemein für einen Wettkampf verwendet, der zwischen benachbarten Gebieten mit Pferden oder auch mit anderen Tieren ausgetragen wird.

Allgemeines

Der Palio di Siena wird auf der Piazza del Campo, dem zentralen Platz, ausgetragen und ist das wichtigste Ereignis des Jahres in Siena. Beide Renntermine werden zu Ehren von Heiligen ausgetragen, das Rennen am 2. Juli ist der Madonna di Provenzano, das Rennen am 16. August der Maria Himmelfahrt gewidmet.

Beim Palio di Siena treten die 17 Stadtteile, Contraden genannt, gegeneinander an. Es sind pro Rennen allerdings immer nur 10 Contraden zugelassen, wobei die beiden Rennen getrennt voneinander betrachtet werden. Die Teilnehmer jedes der Rennen bestehen aus den 7 Contraden, die im vergangenen Jahr aussetzen mussten, sowie 3 weiteren Stadtteilen, die durch ein Losverfahren bestimmt werden. Dieses Verfahren wird auf beide Rennen angewandt, so dass einige Stadtteile bei beiden Rennen antreten und um einen Doppelsieg, den “Cappotto” kämpfen können.

Die Stadtteile besitzen keine eigenen Pferde, und auch die Reiter, Fantini genannt, sind nicht aus den jeweiligen Contraden. Die Pferde werden von einer Kommission ausgesucht und müssen sich in mehreren Proberennen bewähren. Sind dann 10 Pferde ausgewählt werden diese 4 Tage vor dem Palio den Contraden zugelost. Die Reiter werden gemietet und erhalten ein Honorar von der jeweiligen Contrada.

Die Contraden

Die 17 Stadtteile von Siena sind größtenteils nach Tieren benannt; sie verehren ihren eigenen Schutzheiligen und haben eine eigene Kirche, ein eigenes Gemeindehaus und einen Brunnen. In letzterem werden die neugeborenen Stadtteilbewohner getauft, die dann bis zu ihrem Tod zur jeweiligen Contrada gehören.

Die Contraden sind: Adler, Drache, Einhorn, Käuzchen, Gans, Giraffe, Muschel, Wald, Panther, Raupe, Schildkröte, Schnecke, Stachelschwein, Turm, Welle, Widder und Wölfin. Einige der Stadtteile sind traditionell verfeindet.

Ablauf des Rennens

Vor dem Palio findet ein historischer Festumzug statt, bei dem sich die Stadtteile in Kostümen aus dem Mittelalter und mit ihren Wappen präsentieren. Danach halten die Contraden Einzug auf der Piazza del Campo, jeweils angeführt vom Pagen, der die Standarte des Stadtteils trägt. Dem Pagen folgt der Reitknecht, welcher das Rennpferd führt. Auf einem Paradepferd, das nur für den Einzug gestellt wird, folgt dann der Jockey.

So halten die 10 teilnehmenden Contraden Einzug, gefolgt von den 7 Contraden, die nicht teilnehmen dürfen. Zuletzt folgt der Fahnenwagen, der von 4 Ochsen gezogen wird und die Siegertrophäe präsentiert: den Palio, eine Standarte, die jedes Jahr neu gestaltet wird mit Motiven der Contraden sowie der Madonna.

Die Rennbahn besteht aus einem 300 m langen und 7,5 m breiten Ring aus festgestampftem Tuff und Sand, der um die Piazza del Campo verläuft. Nachdem alle Reiter in den Startbereich eingeritten sind, wird das Rennen gestartet. Nun müssen alle Reiter den Platz dreimal umrunden, wobei es sehr hart zugeht – die Pferde werden ohne Sattel geritten und gegenseitige Behinderungen sind erlaubt.

Sieger ist das Pferd, das als erstes die Ziellinie überquert, egal ob der Reiter noch auf dem Pferd sitzt oder nicht. Das Wichtigste ist, dass das Pferd noch das Diadem seiner Contrada auf der Stirn trägt. Ein Pferd ohne Reiter wird Scosso genannt, und dies kommt recht häufig vor, nicht zuletzt, weil ein Pferd ohne Reiter sehr viel schneller rennen kann. Die siegreiche Contrade erhält anschließend den Palio und feiert den Sieg oft mehrere Wochen lang. Nicht der Letzte, sondern der Zweitplatzierte ist traditionellerweise der wahre Verlierer.

Karl Fischer
Karl Fischer
Gründer, "Der Artifex".

Karl Fischer war schon immer ein sehr umtriebiger Mensch, auf seine ureigene, sympathische Art und Weise. Der geborene Allgäuer hat auch immer konsequent das Credo verfolgt, authentisch und lebensbejahend zu sein, immer mit beiden Beinen (Füßen - würde er sagen) auf dem Boden bleibend. Es war tatsächlich Karl Fischer, der 1983 die Geschäftsidee mit der Agentur für Ferienwohnungen hatte und es war Karl Fischer, der konsequent die Infrastruktur für den Erfolg der Firma schuf.