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Der vom Weingut Marchesi Antinori produzierte Rotwein “Tignanello” ist nicht nur einer der besten, sondern gehört auch zu den berühmtesten Weinen der Toskana, wenn nicht ganz Italiens und ist einer der ersten Super-Toskaner.

Die Antinori können auf über 600 Jahre Tradition als Weinproduzenten zurückblicken, da entspricht der gerade mal knapp 50 Jahre alte “Tignanello” im Vergleich dem Alter eines Kleinkindes. Nachdem es bereits eine erste, interne kleine Test-“Kellercuvee” aus der Ernte 1969 gab,  wurde der Tignanello im Jahre 1970 erstmals mit Flasche und Etikett aufgelegt, damals noch als “Chianti Classico Riserva Vigneto Tignanello” aus Sangiovese, rund 20% Canaiolo und ca. 5% weißem Trebbiano (nach damals gültiger Chianti-Formel), .

Im Jahre 1971 wurde der Tignanello dann schon als “Vino da Tavola” auf die Flasche gebracht, damals noch samt und sonders aus Traubenmaterial, welches aus dem gleichnamigen Weinberg in San Casciano Val di Pesa gewonnen wurde. Ab 1975 wurde der weiße Traubenanteil vollständig verbannt. Seit 1982 ist die Rebsortenzusammensetzung bis heute unverändert festgeschrieben: 80% Sangiovese, 15% Cabernet Sauvignon, 5% Cabernet Franc.

Das Weingut in San Casciano ist das wichtigste Landgut der Winzerfamilie Antinori, unmittelbar neben der Lage Tignanello befindet sich übrigens ein Weinberg namens Solaia. Natürlich werden die heute über 300.000 Flaschen nicht mehr ausschließlich aus den Früchten des Vigneto Tignanello gewonnen, denn dieser ist gerade mal für ein paar tausend Flaschen ausreichend.

Mitte der 1970er Jahre nahmen dann der piemontesische Önologe Giacomo Tachis und die französische Weinlegende Emile Peynaud den Ausbau des Weines unter ihre Fittiche und ab 1975 war der “Tignanello” kein Chianti Classico mehr, da die neue Rezeptur Anteile von etwa 80% Sangiovese sowie 20% Cabernet Sauvignon enthielt. Von nun an nannte sich der “Tignanello” ganz simpel “Vino da Tavola”, da das damalige Weindisziplinar keine andere Alternative zuließ. Seit dem Jahr 1998 ist der “Tignanello” ein IGT (Indicazione Geografica Tipica), das heißt soviel wie “Herkunft mit typischen Charakteristiken”, was allerdings ebenfalls eher eine Allerwelts-Bezeichnung ist.

Heute gilt der “Tignanello” als Vater aller Supertoskaner, was allerdings nicht ganz richtig ist, denn vor ihm gab es beispielsweise schon den “Le Pergole Torte” von Montevertine, und noch älter ist der “Vigorello” von San Felice. Bestimmt aber ist der “Tignanello” mit Abstand der bekannteste “Supertuscan”. Und man muss seinen Vätern Lob zollen, denn der “Tignanello” ist in fast jedem Jahrgang etwas ganz Besonderes!

Jörg Fischer
Jörg Fischer
Leitung Produktmanagement, "Let it Roll".

Jörg kennt fast alle Zielgebiete wie seine Westentasche und hat fast alle Ferienhäuser und Hotels persönlich inspiziert.

Manche Dinge ändern sich, andere nicht. Für Jörg galt schon immer: Vorliebe für gutes Essen und sehr gute Weine, für komfortables Reisen sowie eine echte Abneigung gegen sportliche Betätigung. Dinge die sich ändern: So manches Hobby - erst unlängst musste die geliebte "Ducati Sportclassic" einer kleinen Sammlung an amerikanischen Gibson- und Fender-Gitarren weichen.