Weitere Weine aus dem Chianti Classico-Gebiet

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DOC- und DOCG-Denominationen definieren in erster Linie Herkunft, zugelassene Traubensorten und Herstellungsverfahren bestimmter Weine. Natürlich überschneiden sich viele Appellationen oder teilen sich dasselbe Gebiet. So werden im relativ großen Bereich der Hügellandschaft zwischen Florenz und Siena eine ganze Reihe weiterer Weintypen hergestellt.

Vin Santo

Der “heilige Wein” war schon seit jeher nicht nur religiösen Ritualen vorbehalten, sondern immer ein begehrter Tropfen für Liebhaber konzentrierter Süßweine. Jeder Weinbauer ist stolz auf die kleine Menge des selbst produzierten Dessertweines, der sehr oft auch nur für den Eigengebrauch gedacht ist. Denn mühsam und mit viel Arbeit verbunden ist die Prozedur der Herstellung des preziösen Weines.

Als Grundlage dienen die weißen Traubensorten Malvasia Bianca, Trebbiano und Grecchetto. Es gibt jedoch auch Vin Santo, der aus der roten Sangiovese-Traube gewonnen wird – das nennt man dann “Occhio di Pernice”.

Herstellung des Vin Santo

Ausgesuchte, spät gelesene Trauben werden zum Trocknen in gut belüfteten Räumen auf Strohmatten ausgelegt (gute Belüftung ist wichtig, damit kein Schimmel entsteht). Das Lesegut trocknet jetzt über Wochen bis zu einem gewissen Grad ein, man nennt diesen Prozess des Rosinierens “Appassimento”, daher auch die Bezeichnung “Passito” für Weine, die nach diesem Verfahren gewonnen werden. Anfang des Jahres werden die getrockneten Trauben dann gekeltert und traditionell in kleine Kastanienfässer (“Caratelli”) gefüllt; heute jedoch auch immer öfter in Eichenholzfässer. In den Fässern befindet sich immer noch ein Rest der vorangegangen Füllung und die darin enthaltenen Hefen setzen schließlich einen langwierigen Gärungsprozess in Gang.

Nach zwei bis sechs Jahren wird der Wein dann in meist kleine Flaschen abgefüllt. Eine Charakteristik des Vin Santo ist der Kontrast zwischen den starken Oxidationsnoten an der Nase und einer konzentrierten, oft an Honig erinnernde Süße. Manche Vin Santo haben sogar eine sirupartige Konsistenz und sind sündhaft teuer, berühmt ist etwa der dunkel-bernsteinfarbene Vin Santo von Avignonesi aus Montepulciano, ein “Occhio di Pernice” und mit Sicherheit einer der besten Vertreter seiner Gattung.

Selten überschreiten Vin Santo die 15% Volumenalkohol-Grenze – das tun nur die schwarzen Schafe, derer es leider genügend gibt: Aus sizilianischen Moscato-Trauben wird ein Süßwein gewonnen und mit Alkohol aufgespritet. Es entsteht ein billig schmeckender Fusel, der mit echtem Vin Santo nichts zu tun hat, jedoch in vielen Restaurants nach dem Essen als kostenlose Zugabe mit trockenem Mandelgebäck (“Cantuccini”) gereicht wird.

Für eine 0,375 Liter-Flasche guten Vin Santo sollte man indes mindestens 15 Euro investieren. Übrigens gibt es in der nordöstlichen Region Trentino ebenfalls einen Vin Santo, ebenfalls einen “Passito”, dieser wird jedoch nach eigener Rezeptur und mit lokalen Traubensorten hergestellt.

Colli dell’Etruria Centrale

Eine DOC, die auch über die Grenzen des Chianti Classico-Gebietes hinausgeht, zugelassen sind verschiedene rote und weiße Traubensorten zur Produktion von Rot-, Rosé- und Weißweinen. Meist sind die Erzeugnisse dieser Denomination eher einfacher Art.

Jörg Fischer
Jörg Fischer
Leitung Produktmanagement, "Let it Roll".

Jörg kennt fast alle Zielgebiete wie seine Westentasche und hat fast alle Ferienhäuser und Hotels persönlich inspiziert.

Manche Dinge ändern sich, andere nicht. Für Jörg galt schon immer: Vorliebe für gutes Essen und sehr gute Weine, für komfortables Reisen sowie eine echte Abneigung gegen sportliche Betätigung. Dinge die sich ändern: So manches Hobby - erst unlängst musste die geliebte "Ducati Sportclassic" einer kleinen Sammlung an amerikanischen Gibson- und Fender-Gitarren weichen.